DE 🇩🇪 Waldohreule
EN 🏴 Long-eared Owl
Lat. 🔠 Asio otus
16.05.2026
Auf gut Glück haben wir ein Gebiet besucht, in dem vor einigen Tagen eine Waldohreule gesichtet worden war. Bei der Ankunft konnten wir unseren Augen kaum trauen, denn die Waldohreule war immer noch dort und saß einfach auf einem Straßenschild. Etwa fünf Minuten lang konnten wir der Eule zuschauen, wie sie immer wieder auf die Straße blickte. Sie ließ sich von uns nicht stören und wartete vermutlich auf überfahrene oder über die Straße laufende Tiere.
08.06.2026
Wir suchten in den Abendstunden in unserem ADEBAR-Quadranten nach Eulen. Im potenziellen Gebiet gab es an den Waldrand angrenzend eine Gartensiedlung, mehrere kurz gemähte Wiesen, alte Obstbäume und einen Acker.
In diesem Gebiet hatten wir in diesem Jahr bereits eine größere Eule gesichtet, die wir nicht bestimmen konnten. Aufgrund der Größe vermuteten wir, dass es sich um einen Waldkauz oder eine Waldohreule handelte.
Nachdem wir das Gebiet mit dem Fernglas und der Wärmebildkamera abgesucht hatten, fanden wir nichts. Ein paar Rehe, einen Igel und mehrere Hirschkäfer konnten wir entdecken. Auf dem Rückweg hörten wir in den letzten 200 Metern ein lautes Fiepsen und sahen eine eulenähnliche Gestalt fliegen. Mit der Wärmebildkamera entdeckten wir einen großen Vogel im Baum. Dank der BirdNet-App, mit der man Vogelstimmen bestimmen kann, bestätigten wir unseren Verdacht, dass es sich um Waldohreulen handelt. Insgesamt waren es mindestens zwei Exemplare, vermutlich ein bis zwei diesjährige und eine adulte Waldohreule. Ich konnte außerdem einige Belegbilder machen.
Wir hatten zuvor in einem Buch zur Kartierung gelesen, dass die Waldohreulen etwa 30 Minuten nach Einbruch der Dämmerung aktiv sind. Tatsächlich konnten wir dies auch bestätigen. Mit bloßem Auge war es in den dunklen Bäumen kaum noch möglich, etwas zu erkennen. Dank der hohen ISO-Empfindlichkeit unserer Kamera gelang es uns mit 500 mm Brennweite, manueller Scharfstellung, 1/2 Sekunde Verschlusszeit und ISO 256.000, Belegbilder zu erstellen. Anschließend gingen wir zügig weiter, um die Jungen nicht weiter zu stören.
Die Waldohreule benötigt Waldränder oder offene Wiesen mit Baumreihen, um sich verstecken zu können. Zudem sind offene Feldstrukturen mit niedriger Bodenvegetation erforderlich.
Das nachfolgende Bild wurde eine halbe Stunde nach Einbruch der Dämmerung in einer kleinen Gartensiedlung am Waldrand aufgenommen.
Im nachfolgenden Gebiet befinden sich in unmittelbarer Nähe mehrere Felder sowie kleine Baumreihen. Für die Waldohreule bietet die Straße optimale Bedingungen zur Nahrungssuche.
In Baden-Württemberg.