19.06.2026
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Haubenlerche, Mauerläufer, Rotfußfalke, Uhu, Wasseramsel und Zaunammer.
18.06.2026
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Meeresstrandläufer, Mornellregenpfeifer und Zwergschnepfe.
17.06.2026 Teil 1/2
Neu hinzugefügt: Weitere Tierarten komplett überarbeitet. Infos zum Gebiet Felsenschwalbe.
17.06.2026 Teil 2/2
Am Abend war ich erneut in einem Weinberg, den ich bereits am 25.05.26 besucht hatte.
Ich wollte in den Abendstunden noch nach Eulen suchen, da dort einige Scheunen stehen, und prüfen, ob möglicherweise eine Schleiereule dort wohnen könnte.
Vor Ort war es sehr heiß. Ich hatte nicht mit dieser drückenden Hitze gerechnet. Meinen Sonnenhut hatte ich vergessen und ich hatte zu wenig Wasser dabei. Deshalb kam ich nur sehr schleppend den Weinberg hinauf.
Ich hörte wie bereits beim letzten Mal mehrere Bluthänflinge singen und auch einige Hausrotschwänze waren zu sehen.
Während des Laufens meinte ich, eine Goldammer singen zu hören. Allerdings fehlten wieder die zuletzt absteigenden Töne. Wird das nicht schon wieder eine Zaunammer sein?
Normalerweise habe ich mein mobiles Aufnahmegerät dabei, das kontinuierlich Vogelstimmen aufnimmt. Zuhause lasse ich die Aufnahmen analysieren und weiß danach, welche Vögel gerufen haben. Bei der letzten Begehung hatte ich genau einen Gesang von der Zaunammer aufgenommen. Mir war das bei der Begehung nicht bewusst, und ich konnte mir noch nicht vorstellen, dass es hier eine gibt. Die nächsten Brutgebiete liegen eigentlich in Richtung der Weinberge in der Rheingegend, am Kaiserstuhl sowie im Bereich Stromberg-Heuchelberg.
Kurz und knapp: Auf einer Hecke saß ein fröhlicher Sänger!
Die Zaunammer rief mehrere Minuten lang, und ich konnte sehr schöne Bilder machen. Interessant war, dass sowohl diese Zaunammer als auch die vom 16.06.26 jeweils auf einer Singwarte in einem sehr dichten Heckengestrüpp saß.
Ansonsten habe ich nichts Besonderes beobachtet. Die Eulen und Käuze blieben aus, doch ich vermute, dass es hier mindestens eine dieser Arten geben muss. Das Gebiet bietet sehr gute Voraussetzungen für Steinkäuze oder Waldohreulen. Es gibt zahlreiche Obstbäume mit potenziellen Nistplätzen und die Felder werden sowohl von Menschen als auch mit Kühen und Pferden bewirtschaftet. Außerdem gibt es kurzrasige Flächen, und das gesamte Gebiet ist von einer hohen Artenvielfalt geprägt, die als Nahrungsgrundlage dienen kann. Zur Balzzeit Anfang nächsten Jahres werde ich mir das Gebiet erneut ansehen. Ich bin gespannt, ob wir etwas entdecken.
Bilder folgen noch.
16.06.2026 Teil 1/2
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Rallenreiher, Steinkauz und Waldohreule. Neue Art Hohltaube.
16.06.2026 Teil 2/2
Am Vormittag habe ich die diesjährige letzte Frühkartierung für den ADEBAR durchgeführt. Ich wollte noch nach der Feldlerche suchen, da wir sie bisher noch nicht gefunden haben.
Vor Ort entdeckte ich gleich zu Beginn der Route einen Nistkasten für Steinkäuze. Trotz der Dämmerung konnte ich mit der Wärmebildkamera keinen Steinkauz feststellen. Auch unter der Nisthilfe und in der Umgebung lag weder Vogelkot noch Federn, die auf einen möglichen Bewohner hinweisen könnten.
Nachdem ich einige Meter weitergelaufen war, sah ich am Himmel einen mittelgroßen Greifvogel fliegen.
Zuerst dachte ich, es sei ein Habicht. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen Wanderfalken. Dieser setzte sich dann für über eine halbe Stunde auf einen Strommasten und beobachtete das Gebiet. Spannend war, dass im Gebiet mehrere Strommasten standen und auf jedem jeweils ein Mäusebussard, Turmfalke, Rabenkrähe oder eine Hohltaube saß.
Am Waldrand selbst befanden sich auf einem alten Mast mehrere Nistkästen.
Ich bin mir nicht sicher, für welche Vogelarten diese bestimmt sind. In unmittelbarer Nähe saß jedoch ein Turmfalkenpaar.
Während der gesamten Strecke konnte ich erneut mehrere Rehe beobachten sowie singende Dorngrasmücken und Goldammern. Außerdem sah ich über 20 Hohltauben, einen Feldhasen und einen Marder, vermutlich einen Baummarder.
Sonst war es eher ruhig. Man merkt den Vögeln an, dass sie mit der Brut bereits fertig sind und die Jungvögel schnellstmöglich heranwachsen müssen. Die gesuchte Feldlerche blieb leider aus.
Gegen Ende der Tour hörte ich einen Gesang, der dem der Goldammer ähnelte. Allerdings fehlten im Gesang gegenüber der Goldammer die letzten absteigenden Noten. Diesen Gesang hatte ich bereits Wochen zuvor in einem Weinberg gehört. Ich war mir nicht sicher, ob hier wirklich eine Zaunammer rufen konnte.
Die Rufbestimmung am Handy bestätigte meine Vermutung, was meinen eigenen Verdacht verstärkte.
Ich ging in Richtung Gebüsch, konnte den Vogel jedoch nicht sehen. Tatsächlich gelang es mir mit etwas Glück, eine Zaunammer versteckt an der Spitze zu entdecken. Darüber freute ich mich sehr, da ich den Gesang noch nicht lange kannte und ihn mir einprägen konnte.
Interessanterweise sang die Zaunammer über mehrere Minuten hinweg und ließ sich von mir nicht stören.
Bislang kannte ich diese Art nur aus wärmelastigen Gebieten und Weinbergen. Es scheint jedoch, dass sie auch mit Streuobstwiesen und dichtem Heckenbewuchs zurechtkommt.
Mir fiel daraufhin auf, dass genau aus solchen Gründen eine ehrenamtliche Kartierung für ein großes Projekt wie den ADEBAR sehr sinnvoll ist. Im TK/4 wurde in den letzten Jahren insgesamt kaum etwas gemeldet.
Wir haben hierfür neue brütende Arten nachgewiesen und dabei auch persönlich einiges dazugelernt. Für die Zukunft lässt sich so, wenn in 20 Jahren eine neue ADEBAR-Kartierung erfolgt, nachvollziehen, welche Vogelarten im Brutbestand zurückgehen und welche neu hinzukommen.
14.06.2026
Heute hatte ich die letzte Kartierung für die diesjährige Binnengewässerkartierung. Dabei erfasse ich das Gebiet rund um die fließende Nagold zwischen Pforzheim und Dillweißenstein.
Bei der Kartierung wird insgesamt an drei Terminen je in den ersten zwei Wochen der Monate April, Mai und Juni nach einer speziellen Liste von Wasservögeln gesucht. Die Schwerpunkte in meinem Gebiet liegen auf der Wasseramsel, den Gebirgsstelzen, den Gänsesägern, der Stockente und den Blässhühnern.
Die dritte Kartierung im Juni ist meist eher unspektakulär, da die Wasseramseln, Gebirgsstelzen und Gänsesäger ihre Brut bereits abgeschlossen haben und die Jungen selbstständig sind. Nur die Stockenten und Blässhühner können noch weitere Bruten beginnen und Nester bauen. Von der gesamten Strecke von etwa 8 Kilometern Rundweg ist nur ein Drittel für die Enten relevant, da sie nur in diesem Abschnitt brüten.
Der Fluss ist am restlichen zwei Drittel der Strecke deutlich schmaler und somit nur für Gebirgsstelzen und Wasseramseln von Interesse. Während der gesamten Kartierung konnte ich insgesamt zwei Wasseramseln sowie ungefähr fünf Gebirgsstelzen beobachten, von denen zwei gesungen habe und mindestens eines von den fünf ein diesjähriges Jungtier ist.
Außerdem entdeckte ich drei besetzte Nester der Blässhühner.
Ich finde es immer spannend, dass sich die Blässhühner meist an einer geeigneten Stelle im Fluss oder in einem stehenden Gewässer auf einem Stein mit einigen Ästen ein sehr stabiles Nest bauen können. Meistens handelt es sich entweder um eine sehr stabile Festung oder um ein minimalistisches Nest, das aus nur ein paar Ästen besteht.
Des Weiteren war ich sehr erstaunt über die Vielzahl von Stockenten. An einer Stelle konnte ich über 50 Exemplare beobachten, während sonst hier meist nur etwa 20 Tiere anwesend waren. Hiervon war die Großzahl diesjährig.
Am Ende der Kartierung blickte ich noch auf den Kirchturm der Stadtkirche. Dort saß ein mittelgroßer Vogel auf der Kirchspitze.
Ich war sehr überrascht, denn es handelte sich um einen Wanderfalken.
In Pforzheim gibt es übrigens zwei bekannte Brutplätze dieser Falken. Diese haben wir bereits mehrfach abgesucht, doch konnten wir keinen Vogel sichten. Somit konnte ich heute meinen ersten Wanderfalken in Pforzheim beobachten. Dieser saß über eine halbe Stunde nahezu regungslos an derselben Stelle und beobachtete das Geschehen in der Stadt.
Außerdem konnte ich auf der Strecke noch einen Zaunkönig schön aufnehmen und zufällig noch einen kleinen weißen Nachtfalter entdecken. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Blausieb.
Zu guter Letzt hatte ich bereits bei den letzten Begehungen an einem Haus einige Nisthilfen gesehen, konnte diese jedoch bislang nicht zuordnen. Dabei handelt es sich um Nisthilfen für Mauersegler.
Zum Brüten sind Mauersegler auf Nischen in Gebäuden angewiesen, um dort ihren Nachwuchs großzuziehen. Alternativ werden auch sehr gerne Nisthilfen angenommen, da Nischen und Ritzen in Gebäuden mittlerweile selten geworden sind. Alle auf dem Bild zu sehenden Kästen sind für Mauersegler geeignet. In mindestens drei Kästen konnte ich einfliegende Mauersegler sehen.
13.06.2026
Am Abend zuvor war ich in einem Wald südöstlich von Pforzheim unterwegs.
Dort gibt es einige Stellen, an denen ich potenzielle Brutplätze für Nachtschwalben vermute.
Die Nachtschwalbe war wohl vor langer Zeit ein Brutvogel im Nordschwarzwald.
Vor Ort nieselte es leider, und der Gesang der Nachtschwalbe blieb aus. Deshalb hatte ich entweder das falsche Wetter erwischt oder, was ich eher glaube, es gibt hier einfach keine mehr.
Während meiner Beobachtungen sind mir einige Erdkröten über den Weg gelaufen. Außerdem konnte ich aus weiterer Entfernung zwei Rotfüchse beobachten, und am Wegesrand waren auch Glühwürmchen unterwegs. Mit der Wärmebildkamera entdeckte ich außerdem einen Vogel oder ein Nest in einem Baum am Weg, konnte dieses jedoch nicht identifizieren.
Folglich gingen wir am nächsten Tag gemeinsam in den Wald, um erneut danach zu suchen. Am Vormittag konnten wir das unbekannte Flugobjekt jedoch nicht mehr finden, da wegen der Umgebungswärme alles warm war und die Wärmebildkamera nichts erkennen konnte.
Trotzdem haben wir einige schöne Sichtungen gemacht. Von einer kleinen Erdkröte und einem Perlglanzspanner konnte ich gute Bilder aufnehmen.
Außerdem entdeckten wir einen Baum mit einer waagerechten Reihe voller Löcher. Diese stammen von einem Specht. Wir vermuten, dass es sich um einen Buntspecht oder Mittelspecht handelt. Bei diesem Baum handelt es sich um einen "Ringelbaum" und dieses Verhalten nennt sich auch „ringeln“. Dabei pickt der Specht die Löcher in den Baum, um an den zuckerhaltigen Baumsaft zu gelangen.
Tatsächlich ringeln nur Buntspecht, Mittelspecht und Dreizehenspecht. Alle anderen Spechte tun das nicht.
Anschließend waren wir noch in einem Steinkauz Gebiet nördlich von Pforzheim. Wir konnten jedoch kaum etwas entdecken. Über dem Gebiet kreisten einige Rot- und Schwarzmilane, zudem waren ein Neuntöter und mehrere singende Feldlerchen anwesend. Den gesuchten Steinkauz konnten wir nicht finden.
10.06.2026
Ich muss mir vormittags im Juni noch zwei Bereiche mit Grünland und Ackerland für den ADEBAR ansehen. Vor der Arbeit habe ich eines dieser Gebiete besucht.
Die übrigen noch offenen Begehungen für Eulen, Mehlschwalben und Mauersegler können Anfang Juli im Tagesverlauf erfolgen.
Bei den letzten Kartierungen in vergleichbaren Gebieten hatte ich wenig Erfolg mit vielfältigen Vogelsichtungen, da die Felder nicht bewirtschaftet wurden und das Gras über einen Meter hoch stand. Häufig waren hier nur typische Arten wie Buntspecht, Kohlmeise und ähnliche zu beobachten.
Doch heute war es endlich anders. Die Äcker sind bewirtschaftet! Von leerem Acker über Wiesen, angebauten Roggen, höhere Pflanzen wie die durchwachsene Silphie und vieles mehr bietet die Landschaft einen guten Mix aus unterschiedlich hohen Feldern. In den Feldern waren mehr als genug herausschauende Rehköpfe zu sehen. Einen überfliegenden Kolkraben sowie einen Sperber konnte ich sichten. Endlich hatte ich eine größere Anzahl an Goldammern gefunden, die in den letzten Gebieten nur vereinzelt anzutreffen waren. Hier konnte ich sogar fünf Stück entdecken und die meisten haben auch gesungen.
Als ich an den Feldern vorbeiging, hörte ich einen Gesang, der mir bekannt vorkam. Tatsächlich riefen aus dem Feld mit den durchwachsenen Silphien zwei Sumpfrohrsänger. Außerdem rief aus einem weiteren Feld mit derselben Pflanzenart ein weiterer Sumpfrohrsänger, den ich beim Singen sehr schön auf den Spitzen der Pflanzen beobachten konnte. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass diese Rohrsänger bei uns vorkommen beziehungsweise brüten.
Hier bietet sich diese Möglichkeit jedoch an, da durch die Pflanzensorte eine deckungsreiche Vegetation entsteht und sich in der Nähe ein kleiner fließender Bach befindet.
Gegen Ende der Kartierung entdeckte ich sechs Rotmilane, die auf einem abgeernteten Feld saßen. Es sieht so aus, als handele es sich dabei um mehrere diesjährige Vögel (1. KJ) sowie mindestens einen adulten Vogel.
Es hat mich gefreut, so viele Rotmilane zu sehen, da wir nördlich des Gebiets ein Revier dieser Vögel vermuteten, jedoch den Brutplatz beziehungsweise Vogelhorst nicht gefunden haben. Dort haben wir immer wieder ein bis drei Rotmilane kreisend in der Nähe des Waldes beobachtet. Somit hat sich der Verdacht bestätigt, dass in der Nähe Rotmilane brüten!
06.06.2026
Nachdem wir vormittags noch im Naturkundemuseum in Stuttgart waren, fuhren wir abends etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang in unseren ADEBAR-Quadranten.
Wir wollten an insgesamt drei Stellen nach Eulen suchen. Den Uhu und den Waldkauz haben wir bereits mehrfach entdeckt. Es fehlen uns noch die Waldohreule und der Steinkauz. Die Waldohreule wurde bereits im letzten Jahr im Quadranten gemeldet, jedoch konnte ich in dem Gebiet keine finden. Der Steinkauz wurde bislang noch nie gemeldet. Dennoch hatte ich in mehreren Gebieten den Verdacht, dass hier ein Steinkauz leben könnte.
Es stellte sich heraus, dass in allen drei Gebieten sehr alte Obstbäume mit potenziellen Nistplätzen vorhanden sind. In zwei von drei Gebieten waren die Wiesen jedoch nicht gemäht, und das Gras stand knapp einen Meter hoch. Der Steinkauz benötigt jedoch kurze Vegetation, zum Beispiel niedrig gemähte Wiesen oder einen Acker mit wenig hohem Bewuchs.
Im dritten Gebiet hatten wir dieses Jahr bereits einen Kauz oder eine Eule gesehen, konnten ihn jedoch nicht bestimmen, da er in der Dunkelheit lautlos über uns hinwegflog. Die Tendenz ging in Richtung Waldkauz oder Waldohreule.
Dieses Gebiet könnte für den Steinkauz oder die Waldohreule interessant sein, da hier einige kleine Gärten, Obstbäume, Ackerflächen und kleine gemähte Wiesenbereiche vorhanden sind.
Nachdem wir alles mit dem Fernglas und der Wärmebildkamera abgesucht hatten, fanden wir nichts. Ein paar Rehe, einen Igel und mehrere Hirschkäfer konnten wir entdecken. Auf dem Rückweg hörten wir in den letzten 200 Metern ein lautes Fiepsen und sahen eine eulenähnliche Gestalt fliegen. Mit der Wärmebildkamera entdeckten wir einen großen Vogel im Baum. Dank der BirdNet-App, mit der man Vogelstimmen bestimmen kann, bestätigten wir unseren Verdacht, dass es sich um Waldohreulen handelt. Insgesamt waren es mindestens zwei Exemplare, vermutlich ein bis zwei diesjährige und eine adulte Waldohreule. Ich konnte außerdem einige Belegbilder machen.
Wir hatten zuvor in einem Buch zur Kartierung gelesen, dass die Waldohreulen etwa 30 Minuten nach Einbruch der Dämmerung aktiv sind. Tatsächlich konnten wir dies auch bestätigen. Mit bloßem Auge war es in den dunklen Bäumen kaum noch möglich, etwas zu erkennen. Dank der hohen ISO-Empfindlichkeit unserer Kamera gelang es uns mit 500 mm Brennweite, manueller Scharfstellung, 1/2 Sekunde Verschlusszeit und ISO 256.000, Belegbilder zu erstellen. Anschließend gingen wir zügig weiter, um die Jungen nicht weiter zu stören.
03.06.2026
Neu hinzugefügt: Mandarinente, Tannenmeise und Weißrückenspecht.
02.06.2026
Neu hinzugefügt: Hintergrund Infos zur Sichtung Prachttaucher und Zwergschnepfe. Artennamen der Vögel in Deutsch, Englisch und Latein.
01.06.2026
Jedes Jahr Anfang Mai treffen die Mauersegler in unserer Stadt ein. Den Winter verbringen sie in Südafrika. Erst im Sommer kehren sie zu uns zurück und brüten dann in Nestern an den Dächern höherer Gebäude. Oftmals muss man nicht einmal den Kopf zum Himmel richten, um einen Mauersegler zu entdecken. Durch ihren bekannten, schrillen Ruf „sriii“ machen sie sich schon früh bemerkbar.
Bei uns in Pforzheim können wir teilweise bis zu 50 Exemplare gleichzeitig aus der Wohnung beobachten. Diese fliegen entweder hoch am Himmel oder direkt über die Wohnhäuser hinweg.
Es gelang mir sogar, ein Bild zu machen, auf dem ein Mauersegler eine Feder im Schnabel hält. Zunächst hatten wir vermutet, dass es sich um eine Krankheit handelt. Nach weiterer Recherche haben wir jedoch herausgefunden, dass der Vogel sein Nest mit Federn auspolstert.
Schön war, dass ich mir Zeit genommen habe, Vögel im Flug aufzunehmen und dabei meinen Autofokus zu testen. Meistens benutze ich am 600-mm-Objektiv den 1,7-fachen Konverter, der jedoch kein Tracking ermöglicht, weshalb ich den Einzel-Autofokus nutze. Mit dem 1,4-fachen Konverter funktioniert das Tracking hingegen. Es war sehr spannend zu beobachten, wie gut die Kamera die Tiere verfolgen kann, solange der Vogel nicht kleiner als das Messfeld ist.
Parallel zum Mauersegler kommt bei uns auch vereinzelt der sogenannte Alpensegler vor. Er brütet beispielsweise in der Innenstadt von Karlsruhe und Stuttgart. Der Alpensegler sieht dem Mauersegler sehr ähnlich, hat jedoch einen deutlich erkennbaren weißen Bauch.
Meistens erkennt man ihn am Ruf:
Anders als der Mauersegler, der „sriii“ ruft, trillert der Alpensegler. Dieses Trillern klingt wie ein schnell gepfiffenes „ü“ mit einer sehr kurzen Pause danach und dauert etwa zehn Sekunden. Das könnt ihr auch gut selbst nachmachen, indem ihr konstant ein „ü“ pfeift und dann immer kurz durch die Lippen Luft presst. Wenn ihr das die ganze Zeit wiederholt, bekommt ihr den Ruf des Alpenseglers hin!
30.05.2026 Teil 1/2
Wir haben uns Samstagmorgen auf den Weg an den Rhein gemacht und in zwei Gebieten nach Vögeln gesucht. Dabei lag der Fokus besonders auf dem Gelb- und dem Ohrpeusspötter, sowie der Flussseeschwalbe.
Im ersten Gebiet kann man je nach Pegelstand mehrere Kiesbänke sehen und der Rhein mündet hier in einen Altrheinabschnitt. In diesem Gebiet beobachten wir häufig durchziehende Limikolen. An diesem Tag konnten wir in einem großen Baum, in dem wir in diesem Jahr bereits ein Graureihernest entdeckt hatten, ein weiteres Graureihernest finden. Das Paar war fleißig am Nestbau und brachte immer mehr Äste mit.
Hinter der Beobachtungsstelle rief immer wieder ein Buntspecht, ebenso Stieglitze. Für einen kurzen Moment hatte Clara zwei Stieglitze entdeckt und wir konnten diese am Boden bei der Suche nach Nistmaterial beobachten. Einer von beiden hatte seinen Schnabel komplett mit Nistmaterial gefüllt.
Des Weiteren konnten wir vier Rostgänse, mehrere Flussregenpfeifer auf den Kiesbänken, überfliegende Flussseeschwalben sowie mehrere singende Nachtigallen und Pirole im Gebiet beobachten oder hören.
Anschließend sind wir in das nächste Gebiet gefahren, um nach den Spöttern zu suchen.
30.05.2026 Teil 2/2
Im zweiten Gebiet gibt es einen Altrheinkanal und zwei kleine Seen. Hier konnten wir im letzten Winter bereits einen Zwergschwan sowie einige Singschwäne beobachten.
Auf dem Weg in das Gebiet waren die üblichen Arten wie Blau- und Kohlmeise sowie Buntspecht usw. zu beobachten. Kurz bevor wir die zwei Seen erreichten, hörten wir aus dem naheliegenden Gebüsch einen Ruf, den wir nicht kannten. Zuerst dachten wir, es sei ein Specht, der „duit“ ruft. Doch deutlich waren die anderen Teile des Rufs wesentlich melodischer.
Mithilfe der Bestimmungs-App Birdnet stellten wir fest, dass es unser gesuchter Gelspötter war. Die Freude darüber war natürlich groß!
An den Seen konnten wir mehrere Höckerschwäne, Haubentaucher sowie jeweils etwa 20 Graureiher und Kormorane beobachten. Neben dem Weg im Wasser entdeckten wir einen brütenden Haubentaucher. Dieser schwamm die ganze Zeit um sein Nest, in dem sich zwei Eier befinden. Als ein größerer Fisch an der Wasseroberfläche dem Nest näherkam, vertrieb der Haubentaucher ihn lautstark und mit körperlichen Einsatz.
Im gleichen Gewässer befand sich auch ein beringter Weißstorch, der auf Nahrungssuche war. Den abgelesenen Ring habe ich an die Vogelwarte Radolfzell gemeldet und warte noch auf eine Rückmeldung.
Anschließend haben wir am großen Gewässer die schwimmende Brutinsel der Flussseeschwalben beobachtet und waren erstaunt, dass in diesem Jahr keine einzige Seeschwalbe auf dem Brutfloß war. Stattdessen hielten sich zwei adulte und eine juvenile Mittelmeermöwe auf der Insel auf. Zuerst hatten wir das Junge gar nicht bemerkt. Erst als wir katzenartige Rufe wahrnahmen und nachschauten, bemerkten wir, dass ein Jungvogel anwesend war.
Da die Flussseeschwalben bisher jedes Jahr auf der Insel brüteten, sind wir nun besorgt, wie es hier weitergeht. Wir gehen davon aus, dass sich die Flussseeschwalben gegenüber den aggressiven Mittelmeermöwen nicht durchsetzen können. Trotzdem haben wir im ersten Gebiet eine Flussseeschwalbe mit Nahrung im Schnabel und im zweiten Gebiet zwei jagende Flussseeschwalben beobachtet. Hoffen wir, dass sie in diesem Jahr einen anderen, sichereren Brutplatz finden oder bereits gefunden haben.
Während der weiteren Beobachtung konnten wir auch einen rufenden, überfliegenden Fischadler sichten. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob es sich dabei um Warnrufe oder Balzrufe handelte.
Des Weiteren fielen Clara zwei weiße Reiher im Gebiet auf. Zunächst vermutete sie Silberreiher. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um zwei Seidenreiher im Prachtkleid handelte. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Südeuropa und am Mittelmeer. Im Sommer sind diese Reiher vereinzelt bei uns zu beobachten. Beide Reiher trugen das Prachtkleid, das sich durch zwei lange Federn im Nacken, Schmuckfedern am Rücken sowie eine pinke Zügelhaut auszeichnet. Die Zügelhaut ist die Haut zwischen Schnabel und Auge.
Die bekannteren weißen Silberreiher mit dem gelben Schnabel sind fast doppelt so groß und deutlich häufiger in Deutschland anzutreffen. Auf dem Bild neben dem Höckerschwan sieht man gut, wie klein diese Reiher tatsächlich sind.
Nachdem wir alles beobachtet hatten, gingen wir noch in den naheliegenden Wald und hörten erneut einige Sänger, wie den Sumpf- und Teichrohrsänger sowie weitere Gelbspötter. Auch über sechs Pirole konnten wir hören und fliegen sehen. Leider habe ich hier keine Fotos machen können. Jedes Jahr hoffe ich, einen Pirol schön aufnehmen zu können, doch bisher leider ohne Erfolg.
29.05.2026
Heute habe ich nach der Arbeit erneut ein Gebiet für den ADEBAR besucht.
Hier gibt es einen kleinen Fischteich (3000m²), einen sehr kleinen Auwald und einen schmalen Bach.
Vor ein paar Monaten hatte ich dort bereits eine Gebirgsstelze mit einer vermutlichen Brut entdeckt. Das aufgeregte Verhalten des Altvogels deutete zumindest darauf hin, dass sich ein Nest in der Nähe befindet.
Ich wollte das Gebiet erneut besuchen, da an dem kleinen Fischerteich eine kleine Hütte für Enten steht und ich nicht wusste, ob hier etwas brütet. Vor Ort war das Haus mittlerweile so zugewachsen, dass keine Ente mehr hineinkonnte.
Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt. In dem gesamten Gebiet gab es eine Vielzahl von Insekten; insbesondere Prachtlibellen und Eintagsfliegen waren stark vertreten.
Als ich die Umgebung des Bachlaufs eine halbe Stunde lang beobachtete, konnte ich erneut eine männliche Gebirgsstelze entdecken, die sogar sang. Außerdem flog ein Eisvogel den Kanal entlang zum Fischerheim. So konnten wir eine weitere Art für unseren Quadranten sichern. Ich war schließlich sehr erstaunt, dass an solch kleinen Gewässern, die ich sonst nicht beachtet hätte, eine so große Anzahl an Tieren vorkommen kann.
Weiterhin hatte ich vermutet, dass dieses Gebiet auch für Wasseramseln attraktiv ist. Das Fließgewässer ist kristallklar und bietet verschiedene Möglichkeiten zur Nahrungssuche. Dennoch konnte ich während beider Beobachtungsgänge diese Art nicht entdecken.
28.05.2026
Neu hinzugefügt: Hintergrund Infos zur Sichtung Rallenreiher, Mauerläufer und Steinkauz.
Nach der Arbeit und am Abend besuchte ich noch mehrere Gebiete, um Kontrollen beim Adebar durchzuführen.
Das erste Gebiet liegt neben einem Steinbruch. Hier konnten wir im März in den Abendstunden bereits balzende Uhus und Waldkäuze hören und beobachten. Ich wollte das Gebiet neben dem Steinbruch auf Waldlaubsänger prüfen. Diesen hatte ich zwar nicht gefunden, doch machte ich eine spannende Entdeckung.
Während eines Rundgangs im Gebiet fiel mir auf, dass mehrere Amseln lautstark Alarmrufe im Wald von sich gaben. Kurz darauf herrschte Ruhe. Anschließend sang ein Pirol aus dem Blätterdach. Ich freute mich, ihn hier anzutreffen, da ich nicht damit gerechnet hatte.
Nach einer kurzen Gesangseinlage folgte etwas Unerwartetes:
Ein Waldkauz rief aus derselben Richtung! Er gab drei Rufe von sich. Danach hörte ich den Pirol nicht mehr, und für einige Minuten herrschte Ruhe im Wald. Dieses Verhalten konnte ich mir nicht erklären, da ich bisher noch nie die Kombination aus Waldkauz und Pirol beobachten durfte.
Nach Recherche im Internet ergibt sich folgendes Bild:
Beide Arten können im gleichen Lebensraum vorkommen und kommen sich im Regelfall nicht in die Quere. Am Steinbruch zeigt sich für uns jedoch ein anderes Bild. Hier hatten wir bereits bei der Balz der Uhus und Waldkäuze festgestellt, dass immer nur eine Art gerufen hat, entweder der Uhu oder der Waldkauz. Somit ist der Wald um den Steinbruch vermutlich in Reviere für beide Arten unterteilt. Nun kommt noch der Pirol hinzu, der ebenfalls ein Revier beansprucht. Der Waldkauz ist allerdings stärker und wird dem Pirol durch seine Rufe deutlich machen, dass dieser nicht geduldet wird.
Am Abend habe ich noch Streuobstwiesen auf Wendehälse und Steinkäuze kontrolliert. Beide Arten konnte ich nicht nachweisen. Für den Wendehals bin ich im Jahresverlauf zu spät dran. Der Steinkauz hat in dem besagten Gebiet einige alte Obstbäume, doch das Gras steht knapp einen Meter hoch. Daher bieten sich kaum Jagdflächen. Am Rand konnte ich jedoch einen kleinen bewirtschafteten Acker und eine Wiese finden. Tatsächlich gibt es an einem alten Obstbaum eine Bruthöhle. Dennoch konnte ich die Art am Abend und nach der Dämmerung nicht entdecken. Ich bezweifle jedoch, dass sich ein Steinkauz hier heimisch fühlt, da die bewirtschaftete Fläche sehr klein ist.
Trotzdem konnte ich über drei männliche Neuntöter und drei Füchse, von denen einer noch sehr klein war, sehen.
Außerdem vernahm ich einen Vogel, den ich bislang noch nicht kenne. Ich recherchiere noch, um welche Art es sich handelt. Ich hatte nur einen braunen Greifvogel mit weißem Bürzel in den Wald fliegen sehen. Anschließend hörte ich Rufe aus dem Wald, die mit Spechtrufen vermischt waren. Was das sein kann? Keine Ahnung.
27.05.2026
Neu hinzugefügt: Haubenmeise, Haussperling, Kolbenente und Wiesenpieper. Sowie ein paar neue Bilder.
26.05.2026
Bei den Bildseiten wurde ganz unten ergänzt, in welchem Bundesland die Vögel und Tiere aufgenommen wurden.
Der Waldwasserläufer wurde falsch identifiziert und befindet sich jetzt beim Flussuferläufer.
25.05.2026
Beim Adebar-Kartieren konnte ich einige neue Arten für unseren Quadranten feststellen. Dabei entdeckte ich Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler, Braunkehlchen, Kuckuck, Zaunammer und Heckenbraunelle als neue Arten. Trotz fehlender großen Gewässerfläche sind wir aktuell bei 75 Arten.
Außerdem konnte ich mehrfach immature Mittelspechte beobachten, zwei Bruthöhlen des Buntspechts mit juvenilen Tieren, eine Vielzahl von Hausrotschwänzen, die Nahrung für ihre Jungen brachten, sowie einen Schwarzmilan mit Futter für seine Jungen.
Leider konnte ich bisher nachgewiesene Arten wie den Baumpieper nicht feststellen. Auch den Wendehals habe ich auf mehreren Streuobstwiesen immer noch nicht nachweisen können.
Zusätzlich ist es mir gelungen, schöne Bilder von einem Feldhasen, einem Mittelspecht und von Bluthänflingen zu machen.
17.05.2026
Dank einer Meldung von Ornithologen auf Ornitho.de konnten wir in Tübingen eine für Mitteleuropa seltene Schwarzflügel-Brachschwalbe entdecken.
Das Brutgebiet dieses Vogels erstreckt sich von Südosteuropa bis nach Kasachstan. Bei uns ist diese „Schwalbe“, die eigentlich ein Watvogel ist, eine äußerst seltene Ausnahmeerscheinung. Es gibt außerdem eine verwandte Art, nämlich die Rotflügel-Brachschwalbe. Diese besitzt auf den Unterseiten der Flügel rote Federn. Sie gilt auch als Ausnahmeerscheinung, kommt aber etwas häufiger vor als die Schwarzflügel-Brachschwalbe.
Wir haben etwa vier Stunden vor Ort verbracht. Das Hitzeflimmern führte dazu, dass keine optimalen Bilder entstanden. Ich bin aber trotzdem zufrieden mit der Ausbeute.
Außerdem war ich sehr erstaunt, wie gut andere Fotografen mit dem neuen, einfachen Autofokus-Tracking spiegelloser Kameras fast mühelos Vögel im Flug aufnehmen konnten. Mit der D850 ist das deutlich schwieriger.
Während unseres vierstündigen Aufenthalts waren mehr als 50 Personen vor Ort. Die Schwalbe war am nächsten Tag nicht mehr anwesend. Insgesamt war sie drei Tage anwesend.
16.05.2026
Nachdem wir an der Wagbachniederung Vögel beobachtet hatten, sind wir noch in der Abenddämmerung nach Karlsruhe gefahren.
An einem uns bekannten Ort suchten wir in der Dämmerung nach Nachtschwalben. Direkt nach Einbruch der Dunkelheit war das erste Schnurren einer Nachtschwalbe zu hören. Es klingt wie „eeeeeeeer -ööörrrrr-eeeeeeeer -ööörrrrr“.
Die Kamera hatte ich bereits auf dem Dreibeinstativ mit Fernauslöser montiert, um direkt Bilder machen zu können, falls man die Nachtschwalbe sehen würde. Tatsächlich hatten wir zum ersten Mal Glück und konnten die Nachtschwalbe etwa eine Minute lang frei sitzend beobachten. Während der Beobachtungszeit flogen zudem zwei Waldschnepfen über unsere Köpfe, ebenso wie einige Fledermäuse. Besonders häufig zeigte sich das große Mausohr.
Anschließend haben wir spontan und auf gut Glück ein Gebiet besucht, in dem vor einigen Tagen eine Waldohreule gesichtet worden war. Bei der Ankunft konnten wir unseren Augen kaum trauen, denn die Waldohreule war immer noch dort und saß einfach auf einem Straßenschild. Etwa fünf Minuten lang konnten wir der Eule zuschauen, wie sie immer wieder auf die Straße blickte. Sie ließ sich von uns nicht stören und wartete vermutlich auf überfahrene oder über die Straße laufende Tiere.
Beide Arten konnten wir bislang nur akustisch wahrnehmen, aber nicht optisch beobachten. Umso größer war die Freude am Ende des Tages, beide Arten mit der Kamera aufgenommen zu haben.
Aus dem Archiv --- 12.01.2026
Ab Dezember sind wir regelmäßig an den Baggerseen und Gewässern am Rhein unterwegs, um nach Wasservögeln zu suchen, die nur im Winter bei uns zu beobachten sind.
Anfang des Jahres wurde im Raum Esslingen ein Prachttaucher über Ornitho gemeldet.
Im Winter gibt es bei uns insgesamt drei Seetaucherarten, die vorkommen können. Diese sind, absteigend nach Häufigkeit, der Sterntaucher, der Prachttaucher und der Eistaucher. Diese Vögel sind im Sommer hauptsächlich in den nördlichen Breiten anzutreffen. Das umfasst auf der Nordhalbkugel die Bereich in Richtung Amerika, Russland und Grönland. Im Winter ziehen sie zur Überwinterung an die Nordküsten Europas und kommen regelmäßig in kleiner Zahl auch zu den Baggerseen im Binnenland.
Bislang konnten wir alle drei Arten im Winter bei uns beobachten, allerdings nur aus größerer Entfernung. Wir waren erstaunt, dass der Vogel angeblich sehr nah zu sehen war.
Vor Ort erlebten wir eine Überraschung. Der Vogel befand sich in einem kleinen Hafenbereich am Neckar, der stark zugefroren war. Wir hatten Glück und konnten den Taucher aus nächster Nähe beobachten. Er wirkte munter und ließ sich nicht stören. Besonders schön waren seine Tauch- und Suchgänge zu beobachten. Zuerst suchte er von der Oberfläche aus mit den Augen in Richtung Gewässerboden nach Nahrung.
Findet er etwas, springt er schwimmend mit einem Hechtsprung pfeilschnell ins Wasser und jagt seine Beute. Manchmal tauchen sie ein bis zwei Minuten unter Wasser ab und erscheinen dann plötzlich an einer ganz anderen Stelle im Gewässer.
Wieso heißt der Prachttaucher „Prachttaucher“, obwohl er nicht gerade prächtig aussieht?
Die Namensgebung der Seetaucher wirkt sehr fragwürdig. Der Sterntaucher wird nach seinem Rückengefieder im Winterkleid benannt, das an Sterne erinnert. Der Eistaucher trägt seinen Namen wegen seines Brutgebiets im Eis. Der Prachttaucher hingegen wird nach seinem „prächtigen“ Brutkleid benannt, das schwarz-weiß gestreift ist.
Aus dem Archiv --- 03.01.2026
Bis Ende 2025 hatten wir gelegentlich von überwinternden Zwergschnepfen in unserer Gegend gehört.
Im Sommer brüten diese Tiere in den östlichen Gebieten von Schweden bis nach Ostsibirien. Im Winter sind sie bei uns anzutreffen.
Wir hatten allerdings die Art bislang wenig verfolgt und dementsprechend mit keiner Sichtung gerechnet.
Ende 2025 wurde in einem Regenrückhaltebecken in Karlsruhe eine Zwergschnepfe auf Ornitho gemeldet. Wir beschlossen, unser Glück zu versuchen und die Art zu suchen.
Dort angekommen, waren wir sichtlich überfordert. Der gesamte Boden des Rückhaltebeckens war mit kurzen Grasstoppeln bedeckt und an den offenen Stellen zeigte sich dunkler Boden. Die Zwergschnepfe fand hier ideale Bedingungen, um sich vor uns zu verstecken und nicht entdeckt zu werden. Super!
Zusätzlich waren im Gebiet noch über 15 Bekassinen anwesend, die fast genauso aussehen wie Zwergschnepfen, jedoch doppelt so groß sind. Die Tipps der Ornithologen vor Ort halfen uns auch nicht weiter und am Ende waren wir uns nicht sicher, ob sie tatsächlich Bekassinen und nicht Zwergschnepfen gesehen hatten.
Frustriert gingen wir wieder, nachdem unsere Finger fast abgefroren waren. In den folgenden Tagen durchstreiften wir dasselbe Gebiet mehrfach sowie weitere im Raum Stuttgart, jedoch ebenfalls ohne Erfolg.
Wir wollten nicht aufgeben und informierten uns, wie wir die Schnepfe finden können. Also: Die Zwergschnepfe ist halb so groß wie die Bekassine, bewegt sich wippend, liegt flach auf dem Boden und vertraut auf ihre Tarnung. Sie fliegt erst in Notsituationen auf. Außerdem hat sie einen braunen Mittelstrich am Kopf, im Gegensatz zur Bekassine, bei der dieser beige ist.
Dann gaben wir uns gestärkt durch unser Fachwissen und ausgerüstet mit dickerer Kleidung erneut einen Ruck und begaben uns wieder in das Gebiet.
Wir suchten alles ab, hier eine Bekassine, dort eine Bekassine. Doch dann! Als wir mit dem Fernglas das Ufer des Baches absuchten, saß sie dort. Wir konnten es kaum glauben, endlich hatten wir es geschafft.
Wir erschreckten wohl ein paar Bekassinen, die dann in Richtung Zwergschnepfe marschierten. Diese wurde jedoch nicht vertrieben.
Es war schön, der Schnepfe zuzusehen, wie sie so getarnt still da saß. Auch den Schnepfengang konnten wir gut beobachten.
Es lohnt sich also, hartnäckig dran zu bleiben und sich gründlich über eine Art zu informieren!
Aus dem Archiv --- Juni 2025
Wir hatten schon seit Jahren vor, einen Steinkauz zu beobachten.
Steinkäuze sind heute selten geworden. Diese Käuze leben bevorzugt auf bewirtschafteten Streuobstwiesen in offener Landschaft. Die Vögel benötigen außerdem Bäume, in denen sie in Baumhöhlen brüten können. Die Bäume dienen ihnen auch als Sitzwarte beziehungsweise als Ausguck zur Jagd. Da es immer weniger geeignete Brutplätze gibt, werden einige Bäume mit Nistkästen ausgestattet, um den Steinkäuzen geeignete Bruthöhlen anzubieten.
Uns sind mehrere Gebiete bekannt, in denen Nistkästen von einem Verein hängen, der sich allgemein um den Steinkauz kümmert. In diesen Gebieten waren wir meist abends noch vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs. Leider hatten wir nie Glück.
An einem Samstagmorgen entschied ich mich spontan, in das Gebiet zu gehen, um dort Milane zu beobachten. Im Sommer versammeln sich hier meist größere Trupps. Nachdem ich über die Feldwege lief und die Bäume absuchte, fiel mir ein kleiner, ungewöhnlicher Fleck auf. Tatsächlich saß dort ein Steinkauz im Baum. Nach einigen Minuten flog er jedoch auf, und ich konnte ihn nicht mehr beobachten. Dennoch gelang mir ein gutes Bild (unterstes Bild). Mehrfach kehrten wir Wochen später in das Gebiet zurück, um nach dem Kauz zu suchen. Trotz der bekannten Stelle hatten wir zunächst keinen Erfolg.
Wochen später an einem anderen Samstagmorgen gelang es mir erneut, den Steinkauz aus näherer Nähe gut zu beobachten und zu fotografieren.
In den Wochen danach haben wir den Steinkauz nicht mehr gesehen.
Im Frühjahr 2026 haben wir uns erneut auf die Suche gemacht, allerdings kurz vor und während der Dämmerung. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera konnten wir in mehreren Gebieten Steinkäuze feststellen. Meist haben wir jeweils ein Tier in der Dunkelheit gesehen und an manchen Abenden konnten wir von einem Beobachtungspunkt aus zwischen einem und bis zu fünf Individuen rufen hören.
Während der Beobachtungszeit haben wir versucht, die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Die genauen Standorte wurden zum Schutz des Kauzes weder auf den Beobachtungsplattformen noch auf der Website öffentlich geteilt.
Aus dem Archiv --- Dezember 2024
Ich hatte bereits seit einigen Jahren immer wieder auf Ornitho Sichtungen gesehen, bei denen ein Mauerläufer in seinem Winterquartier auf der schwäbischen Alb unterwegs war.
Mauerläufer kommen ganzjährig in alpinen Felsgebieten vor, zum Beispiel in den Alpen Europas. Im Winter ist es durchaus möglich, dass die Vögel die Alpenregionen verlassen, ins Tiefland abwandern und nach dem Winter zum Brüten wieder in die Alpen zurückkehren.
Ich hatte mich bereits am Morgen auf den Weg zur genannten Wand gemacht und war um 9 Uhr vor Ort, um mir einen guten Platz zu sichern. Draußen war es sehr kalt, und ich war mir nicht sicher, ob ich an der Stelle tatsächlich den richtigen Platz gefunden hatte. Die Wand ist eine große, kahle Felswand, die ab etwa 10 Uhr Sonne bekommt und ab 12 Uhr richtig warm wird. Diese Wand steht nur im Frühjahr aufgrund der Brutzeit verschiedener schutzwürdiger/sensilber Arten unter Schutz. Ansonsten darf die Wand das ganze Jahr über beklettert werden.
Auf Grund der Kälte und fehlender Mitbeobachter wollte ich nach einigen Stunden aufgeben, weil kein Mauerläufer zu sehen war. Doch ab 11 Uhr kamen weitere Beobachter, und plötzlich waren wir etwa zehn Männer auf engem Raum. Direkt vor uns befand sich eine steile Wand, die in den Abgrund führte, der Boden war glatt und rutschig, und der Mauerläufer war weiterhin nicht zu sehen.
Die Einheimischen sagten, dass der Vogel derzeit etwa ab 12 Uhr zu sehen sei. Wir warteten und warteten...
Dann geschah etwas, auf das wir nicht vorbereitet waren. Trotz der Kälte wollten tatsächlich einige Kletterer an der Wand klettern. Ein freundlicher Beobachter sprach sie an und es gelang ihm mit Höflichkeit, die Kletterer auf eine andere Wand umzuleiten.
Nach weiterer Ungewissheit, ob der Mauerläufer erscheinen würde, rief plötzlich ein Beobachter: „Da ist der Mauerläufer!“ Daraufhin brach Panik aus, die Kameras wurden gezückt, man ging so nah wie möglich an den Abgrund und versuchte, den Mauerläufer bestmöglich zu fotografieren. Etwa 15 Minuten lang wanderte der Mauerläufer die Wand hoch und runter. Er jagte munter Insekten, zeigte immer wieder seine roten, versteckten Flügel und sah für diesen kurzen Moment aus wie ein übergroßer Schmetterling.
Danach verschwand er, und mit ihm allmählich auch die Beobachter.
Nachdem ich die Sichtungen bis heute online verfolge und auch von Bekannten höre, ist der Mauerläufer tatsächlich nicht an die 12-Uhr-Zeit gebunden. Je nach Jahr, Wind und Wetter scheint der Mauerläufer mal früher, mal später herauszukommen. Sofern keine Kletterer im Gebiet sind und ein sonniger Tag erwischt wird, stehen die Chancen gut, einen Mauerläufer zu sichten. In dem besagten Gebiet ist immer viel los. Mauerläufer gibt es im Winter an vielen Stellen. Allerdings werden sie selten beobachtet, da die Wände meist weit entfernt sind und kaum jemand mehrere Stunden lang mit Ungewissheit auf eine Felswand starren möchte. Vielleicht findest du aber doch die Motivation und entdeckst an einem nahegelegenen Steinbruch oder einer Felswand einen Mauerläufer.
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Im Mai 2026 waren wir im Alpenvorland in Bayern unterwegs und suchten auch bekannte Stellen ab. Obwohl wir mehrere Stunden dort verbrachten und mit dem Spektiv aufmerksam die Felswände beobachteten, hatten wir kein Glück, einen Mauerläufer in seinem Brutgebiet zu entdecken.
Aus dem Archiv --- Mai 2023
An einem Sonntagmorgen schaute ich wie gewöhnlich auf die Startseite von Ornitho. Ich entdeckte ein Bild aus dem Raum Karlsruhe, auf dem ein junger/juveniler Nachtreiher gesichtet wurde. Dabei dachte ich sofort, dass etwas nicht stimmt, denn der Vogel sah nicht aus wie ein Nachtreiher. Kurz darauf korrigierte der Melder die Meldung und gab an, dass es sich tatsächlich um einen Rallenreiher handelte.
Rallenreiher kommen in Europa im Mittelmeergebiet an Süßwassersümpfen und Feuchtgebieten vor. In Mitteleuropa gelten sie als seltene Ausnahmeerscheinung.
Kurzentschlossen packte ich meine Ausrüstung ein und fuhr so schnell wie möglich zu dem gemeldeten Ort, denn mein Bauchgefühl sagte mir, dass der Vogel nicht lange dort bleiben würde.
Als ich ankam, hatten sich bereits mehrere Beobachter an dem kleinen Teich versammelt. Der Rallenreiher war aus nächster Nähe hervorragend zu beobachten, kaum zu glauben! Trotz der Verletzung am rechten Bein wirkte er sehr munter und fing sogar einen Fisch aus dem Wasser.
Während der gesamten Beobachtungszeit waren etwa 20 bis 30 Personen anwesend. Nach ungefähr drei Stunden ging eine Passantin, die keine Ornithologin war, direkt zum Gewässer, um dort aus unerklärlichen Gründen Wasser zu holen. Anschließend flog der Rallenreiher auf und wurde nicht mehr gesehen. Auch an den folgenden Tagen kehrte er nicht in das Gebiet zurück und wurde in den umliegenden Gebieten nicht gesehen.
Weshalb war der Rallenreiher bei uns?
Bei diesem Rallenreiher handelt es sich um einen Vogel im ersten Kalenderjahr (1. KJ). Dies erkennt man gut an der Strichelung im Hals- und Nackenbereich.
Das erste Kalenderjahr bedeutet, dass er in diesem Jahr zwischen dem 01.01. und dem 31.12. geboren wurde. Ab dem 01.01. des darauffolgenden Jahres befindet er sich im zweiten Kalenderjahr (2. KJ).
Die Rallenreiher sind bereits 45 Tage nach der Geburt eigenständig und nicht mehr auf ihre Eltern angewiesen.
Jungvögel neigen dazu, auch Gebiete außerhalb ihres Brutareals zu erkunden, um weitere Lebensräume für sich und ihre Artgenossen zu entdecken. Dieser Vorgang wird als „post-fledging“ oder „post-juvenile dispersion“ bezeichnet, also das Umherwandern in ihrer Jugendphase.