31.08.2026
Neu hinzugefügt: Infos zu Vogelarten.
15.08.2026
Austernfischer Am Rhein Teil 2
Leider war es gestern nach der Arbeit bereits sehr heiß in der Natur und der Boden flimmerte stark. Die Bilder waren in Ordnung aber nicht richtig scharf.
Deshalb beschloss ich heute nach dem Tüpfelsumpfhuhn gemeinsam mit meinem guten Freund noch einmal den Austernfischer zu besuchen.
Wir konnten ihn auch schnell wiederfinden und machten dieses Mal deutlich schärfere Bilder.
Allerdings tat mir der Vogel sehr leid. Wie bereits erwähnt, hat der Austernfischer hier nichts zu suchen und im Vogelzug reist er in großen Schwärmen Richtung Süden. Dieser hier rief mehrfach, vermutlich nach seinen Freunden, jedoch ohne Erfolg. Ich hoffe, dass dieser Vogel es trotzdem irgendwie in den Süden schafft!
15.08.2026
Tüpfelsumpfhuhn Saalbachniederung
Seit einigen Tagen halten sich ein oder mehrere Tüpfelsumpfhühner in der Saalbachniederung in Bruchsal auf. In Baden-Württemberg sind sie meist nur während der Zugzeiten zu beobachten, da ihr Brutgebiet in Norddeutschland liegt. Selbst wenn sie in Baden-Württemberg ganzjährig anwesend wären, wären sie nur schwer zu finden. Sie sind sehr gut getarnt, verhalten sich unauffällig im Schilf und sind zuästzlich eher in der Dämmerung aktiv. Meist sind sie nur kurz zu sehen und verschwinden dann schnell wieder in der Deckung der Schilfpflanzen.
Da die anwesenden Tüpfelsumpfhühner offenbar wenig scheu sind, beschlossen ein guter Freund und ich, das Gebiet kurz nach Sonnenaufgang zu besuchen.
Gleich zu Beginn konnten wir im wunderbaren orangefarbenen Licht mehrere Bekassinen, Bruchwasserläufer und Flussuferläufer beobachten.
Kurz darauf zeigten sich bereits zwei Tüpfelsumpfhühner. Diese waren zwar noch weit entfernt, dennoch konnte ich schöne Habitatsbilder mit den Hühnern zusammen machen.
Nach einigen Stunden erfuhren wir, dass nördlich im Gebiet zwei weitere Hühner sein sollten. Wir gingen daher auch dorthin.
Hier erinnerte die Situation an einen Belagerungszustand einer mittelalterlichen Festung mit schweren Stativen und großen Raketenwerfern. Wer konnte es sich schon übelnehmen lassen, sich eine so gute Gelegenheit entgehen zu lassen? Aufgrund des begrenzten Raums machte es wenig Freude, dort zu stehen.
Trotzdem lohnte es sich, dran zu bleiben. Das Tüpfelsumpfhuhn kam mehrfach in nächster Nähe vorbei und ließ sich einwandfrei fotografieren, bis sich wieder jemand aus der Gruppe bewegte und es verscheuchte.
Ich fand es richtig schön, die Tüpfelsumpfhühner aus so kurzer Distanz beobachten zu dürfen und dabei auch sehr gute Bilder zu machen. Außerdem waren es insgesamt sogar vier Stück!
Letztes Jahr dachte ich zusammen mit Clara, dass wir in den nächsten Jahren kein Tüpfelsumpfhuhn mehr sehen würden, da diese so scheu sind. Dabei habe ich mich wohl getäuscht.
Während der Beobachtungszeit lies sich auch ein Teichrorhrsänger aus nächste Nähe gut beobachten.
14.08.2026
Austernfischer Am Rhein Teil 1
Die letzten Wochen war ich immer wieder am Rhein unterwegs und hoffte, aufgrund des Niedrigwassers Limikolen zu finden. Ich hatte jedoch wenig Glück.
Diese Woche kam eine Meldung herein, dass an einer Rheinbrücke in Karlsruhe ein Austernfischer gesehen wurde.
Ich nutzte die Gelegenheit nach der Arbeit und fuhr dorthin, um den Vogel zu suchen.
Nach mehreren Minuten konnte ich den Austernfischer tatsächlich am Rhein in Baden-Württemberg entdecken.
Warum das so spannend ist?
Austernfischer kommen an den Küsten der Nord- und Ostsee vor, im Binnenland hingegen nur äußerst selten. Während des Vogelzugs ziehen diese Vögel entlang der Küsten.
Im Binnenland gibt es nur wenige Rastflächen und vermutlich noch viele weitere gute Gründe, dort nicht hindurchzufliegen. Deshalb war es für mich besonders interessant, diese Begegnung zu fotografieren!
Man kann übrigens an der schwarzen Schnabelspitze und der nicht vollständig roten, sondern eher schwarzen Iris erkennen, dass es sich um einen diesjährigen Jungvogel (1. KJ) handelt.
13.08.2026
Neu hinzugefügt: Rubrik Sonstige Bilder, Sonnenfinsternis, Kleintrombe, Russischer Bär, Taubenschwänzchen und Vierpunkt-Kleinspanner.
08.08.2026
Wespenbussard im Enzkreis
Da ich mich nicht recht entscheiden konnte, wohin ich gehen wollte, ging ich schließlich spontan in das Gebiet des Steinkauzes. Natürlich in der Hoffnung, wieder einen Steinkauz zu sehen. Kurz gesagt, es wurde erneut nichts daraus. Dafür konnte ich an fünf Stellen einzelne Federn des Steinkauzes auf dem Boden finden.
Während meines Besuchs konnte ich in der schönen Morgensonne ein Reh sowie einen Feldhasen sehr gut beobachten.
Ansonsten war nicht viel los, da auch einige Personen bereits morgens lärmend um 7 Uhr in ihren Obstwiesen zu tun hatten.
Kurz vor dem Ende sah ich am Himmel noch einen größeren Greifvogel. Es stellte sich heraus, dass hier ein Wespenbussard anwesend war. Dieser kreiste kurz im Gebiet und verschwand dann. Später sah ich erneut weitere Wespenbussarde. Während des Besuchs glaubte ich, dass es sich um dasselbe Individuum handeln müsse. Tatsächlich waren es jedoch drei verschiedene. Wer sich die Färbung auf der Unterseite der Flügel genau anschaut, wird die Unterschiede erkennen.
Außerdem waren noch mehrere Mehlschwalben im Gebiet, von denen ich einige gute Bilder machen konnte.
06.08.2026
Seidenreiher am Rhein
Morgens habe ich noch einen Ausflug an den Rhein gemacht. Es ist sehr erstaunlich, wie niedrig der aktuelle Pegelstand des Rheins ist.
Während meiner Beobachtung konnte ich in einem Altrheinkanal einen Baumfalken fliegen sehen. Ein wenig später flog an fast derselben Stelle ein junger Fischadler vorbei. Bei genauerer Betrachtung des Bildes stellte ich fest, dass dieser beringt war. Den Ring (CP P4) werde ich noch bei der Vogelwarte melden. Ich bin gespannt, wo dieser Vogel beringt wurde und wie alt er ist.
Anschließend bin ich noch ein wenig am Rhein entlanggelaufen. Es ist beeindruckend, wie viele Seidenreiher derzeit am Rhein unterwegs sind. Außerdem konnte ich eine Silbermöwe beobachten.
Danach ging ich in ein zweites Gebiet am Rhein, da ich es bisher noch nie besucht hatte.
Am ersten Beobachtungspunkt, einem kleinen Abschnitt des Altrheins, konnte ich bereits nach kurzer Zeit einen Wespenbussard überfliegen sehen, mit dem ich hier nicht gerechnet hatte. Zudem waren hier schon wieder mindestens vier Seidenreiher zu sehen.
Danach ging ich weiter zum Rhein und konnte dort erneut eine Vielzahl von Seidenreihern beim Fliegen beobachten. Außerdem entdeckte ich einen Flussuferläufer und einige Mittelmeermöwen. Gegen Ende der Runde sah ich einige Mehlschwalben fliegen und bemerkte, dass sie am Rhein an einem alten Gebäude offenbar eine größere Brutstätte haben.
01.08.2026
Seidenreiher am Rhein
Am Vormittag bin ich zum Rhein gegangen, um nach Limikolen zu suchen.
Diese beginnen bereits im Juni, vom Norden in Richtung Süden zu ziehen. Anfang August bestehen somit gute Chancen, Limikolen auf den Kiesbänken am Rhein zu sehen.
Am ersten Ort, an dem wir häufig Vögel beobachten, musste ich bereits nach kurzer Zeit das Gebiet verlassen. Der Rhein führt derzeit wenig Wasser. Auf einer der freigelegten Kiesbänke campte eine Person. Deshalb war für mich klar, dass die Vögel im Umkreis um die Kiesbank das Gebiet meiden würden. Trotzdem konnte ich einige rastende Vögel entdecken, darunter 50 Höckerschwäne, 2 Rostgänse und 30 Weißstörche. Auch 2 Seidenreiher flogen kurz über das Gebiet.
Im zweiten Gebiet entdeckte ich einen noch brütenden Haubentaucher im Nest mit zwei Eiern. Auch das Brutfloß der Flussseeschwalben war endlich wieder von ihnen besetzt. Die Mittelmeermöwen scheinen ihre Brut abgeschlossen zu haben und haben inzwischen Platz gemacht.
Als ich dann noch einen Abstecher direkt an den Rhein gemacht habe, konnte ich auf der französischen Seite insgesamt 26 oder sogar noch mehr Seidenreiher entdecken. Ich war erstaunt, da ich bislang meist nur einen oder höchstens zwei gleichzeitig gesehen habe. Vermutlich sammeln sich die Vögel und ziehen dann gemeinsam in Richtung Süden, um dort zu überwintern.
Es war sehr schön, den Vögeln zuzuschauen, da sie zusammen mit zwei Silberreihern und 30 Kormoranen auf Jagd gingen.
Die Kormorane trieben die Fische in Richtung Ufer. Dort warteten die Reiher und nutzten jede Gelegenheit, um Nahrung abzugreifen. Nach etwa zwei Stunden Beobachtungszeit flogen die Reiher dann in Richtung Süden davon.
Spannend war auch, dass kurzfristig ein Schwarzmilan im Gebiet unterwegs war. Dieser flog dann schlagartig in die Mitte der nahrungssuchenden Vögel, um sich einen Fisch zu holen. Der Milan schaffte es, nahezu alle Vögel, sowohl Seidenreiher, Kormoran als auch Silberreiher, kurzfristig aufzuschrecken.
Ich konnte noch zwei sehr dunkle Kanadagänse sehen; ich vermute, dass es sich hierbei um eine Farbnuance der Art handelt.
Auf dem Rückweg hörte ich noch einige Vögel aus den Bäumen rufen. Ich vermutete einen großen Schwarm Finken, doch das ergab keinen Sinn. Ich erinnerte mich daran, den Ruf bereits in wärmeren Regionen gehört zu haben und vermutete, dass hier Bienenfresser unterwegs waren. Tatsächlich waren es welche, die hoch oben in den Bäumen saßen. Ähnlich wie die Seidenreiher sammeln sich die Bienenfresser und ziehen langsam in Richtung Süden in ihr Winterquartier.
11.07.2026 2/2
Nachtschwalbe und Haussperling
Gegen Abend sind wir in die Region Hockenheim gefahren.
Wir wollten uns auf die Suche nach der Nachtschwalbe machen.
Bevor wir in das Gebiet gingen, haben wir noch eine Kleinigkeit gegessen.
Neben dem Restaurant sind uns Haussperlinge aufgefallen, die immer in Richtung des Dachs eines Gebäudes flogen.
Es stellte sich heraus, dass dort Nistkästen für Haussperlinge aufgehängt sind und diese tatsächlich hier brüten. Haussperlinge sind übrigens Gebäudebrüter und bevorzugen die Region des Dachs am Haus als optimalen Brutplatz.
Anschließend sind wir zur Nachtschwalbe gefahren.
Vor Ort hatten wir noch eine Stunde Zeit bis zur Dämmerung. Die Nachtschwalben kommen nämlich erst nach der Dämmerung heraus, meist eine halbe Stunde nach Einbruch der Dunkelheit.
Bereits auf dem Weg vom Parkplatz zum Nachtschwalbengebiet hörten wir mehrere rufende Pirole. Nach längerer Suche in den Bäumen konnten wir insgesamt vier Pirol beobachten.
Ein Paar war besonders gut zu sehen, da es auf einem großen toten Baum gesessen hat. Ich konnte einige gute Bilder machen.
Nach Einbruch der Dämmerung dauerte es noch ein wenig, bis die erste Nachtschwalbe gerufen hat. Wir suchten die Bäume ab und schlichen uns immer weiter in Richtung des potenziellen Sängers, jedoch ohne Erfolg.
Trotzdem hat es Spaß gemacht, nach der Nachtschwalbe zu suchen. Da meist nicht viel Zeit bis zur vollständigen Dunkelheit bleibt, ist die Anspannung immer sehr groß und die Hoffnung auf einen kurzen Blick auf die Vögel ist besonders groß.
11.07.2026 1/2
Neu hinzugefügt: Gryllteiste und Regenbrachvogel.
04.07.2026
Kartierung Mehlschwalben und Schleiereule
Für die ADEBAR-Kartierung müssen wir noch die Mehlschwalben erfassen.
Ich hatte bereits zwei Gebiete im Verdacht, in denen sie brüten könnten.
Nach meiner Erfahrung kreisen Mehlschwalben meist in der Luft in der Nähe ihrer Brutplätze. Diese befinden sich zwischen dem Übergang des Schrägdachs und der Außenwand des Hauses. Deshalb mussten wir in den genannten Gebieten sowohl die Luft auf Anwesenheit der Tiere als auch die Dachübergänge absuchen. Des Weiteren sind viele Kotspuren am Boden ein gutes Indiz für ein Nest.
Im ersten Gebiet haben wir nur eines von circa acht entdeckten Nestern besetzt vorgefunden. Vermutlich gab es jedoch noch mehr bestezte Nester, da über uns vier Mehlschwalben in der Luft kreisten.
Im zweiten Gebiet konnten wir einen Schwarm mit zehn Mehlschwalben entdecken. Es stellte sich heraus, dass an einer Hauswand insgesamt zwölf Nester vorhanden sind.
Nach einem netten Gespräch mit dem Hausbesitzer, der im Garten war, wurde mir erklärt, dass die Schwalben dort bereits seit langer Zeit brüten. Auf einer benachbarten Baustelle hatten die Mehlschwalben vor einigen Jahren offenbar aus einer großen Regenpfütze sehr viel Nistmaterial mitnehmen können. Die Baustelle ist noch vorhanden, doch ist der Boden mittlerweile zugebaut.
Nachdem wir mit der Kartierung fertig waren, gingen wir noch in ein potenzielles Schleiereulen-Gebiet. Hier wurden laut Internet immer wieder welche in Nistkästen gesichtet. Wir hatten jedoch kein Glück, auch nach der Dämmerung nicht.
02.07.2026
Wagbachniederung und Waldkauz
Gegen Abend sind wir noch zur Wagbachniederung gefahren.
Vor Ort waren wir erstaunt, dass es sehr kühl und bewölkt war. Auch die Vögel waren sehr still, und sie ließen sich kaum blicken.
Trotzdem konnten wir einige Turteltauben mit ihrem schnurrenden Ruf hören. Diese waren jedoch meist in den Bäumen versteckt, sodass wir keine sehen konnten.
Spannend war, dass wir im Gebiet an mehreren Stellen an den Wegen Rupfstellen gefunden haben.
Hier wurden Vögel von anderen Vögeln oder Säugetieren verspeist. Tiere rupfen andere tote Tiere, um unverdauliche Federn von verdaulicher Nahrung zu trennen. Insgesamt haben wir an vier Stellen vermutlich Federn von Tauben gefunden, die von einem Säugetier gerissen wurden.
Das erkennt man daran, dass die Federkeile abgebissen wurden.
An einer anderen Stelle konnten wir Federn einer gerupften Stockenten sehen. Hier waren die Federkeile intakt, daher wurde diese von einem anderen Vogel erbeutet.
Außerdem konnten wir am Wegesrand noch ein halbes Skelett eines Pflanzenfressers, vermutlich einer Nutria oder Bisamratte, entdecken.
Als wir den Weg weiter entlanggingen, kamen uns unsere Lieblingsfreunde entgegen: Kanadagänse mit einem Jungtier.
Das Jungtier kam direkt auf uns zu, und die zwei erwachsenen Gänse fauchten uns sofort an. Wir beschlossen, ein paar Meter zurückzugehen, um die Situation zu beruhigen.
Als wir dann wieder den Weg entlanggingen, kam das Jungtier erneut auf uns zu, während die Eltern zum Glück wegschwammen.
Das Jungtier zeigte ein sehr zutrauliches Verhalten. Wir vermuten, dass es von anderen Passanten angefüttert wurde.
Das ist völlig inakzeptabel, insbesondere im Naturschutzgebiet! Die Tiere finden im Gebiet genügend Nahrung.
Wir schauten dann weiter auf eine Wasserfläche und konnten in weiter Entfernung noch einen Seidenreiher und einen Silberreiher entdecken.
Auf dem Rückweg suchten wir noch nach einer Zwergdommel, da diese im Gebiet sein sollte. Wir konnten jedoch weder Ruf noch Sichtkontakt herstellen.
Als wir weiterliefen, fielen uns viele kurz kreischende Rufe auf. Wir blickten zum Himmel und waren sehr erstaunt:
Ein sehr großer Trupp von circa 2000 Schwalben, bestehend aus Uferschwalben, Rauchschwalben und vielleicht auch Mehlschwalben, kreiste dort. Das leicht nasse Wetter bot wohl ideale Bedingungen zur Nahrungssuche.
Es war wirklich schön, den Vögeln am Himmel bei der Nahrungssuche zuzuschauen. Davor hatte ich bisher nur einmal Glück und konnte so einen großen Schwarm am Rhein bei der Nahrungssuche beobachten.
Nachdem wir am Auto angekommen waren, fuhren wir nach Hause und wollten noch bei der Waldohreule in Karlsruhe vorbeischauen. Dort angekommen, konnten wir jedoch nichts entdecken.
Wir fuhren weiter, und kurz vor der Autobahnauffahrt im Industriegebiet entdeckte Clara eine Eule auf einem Straßenschild. Wir fuhren weiter und drehten um.
Es stellte sich heraus, dass es ein Waldkauz war, der gemütlich den Verkehr beobachtete beziehungsweise nach Nahrung suchte. Als wir uns näherten, flog er leider weg. Der Kauz hatte eine hohe Fluchtdistanz, mit der wir nicht gerechnet hatten.
Ende Juni 2026 Nordsee Urlaub
Nester der Rauch- und Mehlschwalben sowie Austernfischer
Während des Urlaubs waren wir überrascht, wie viele Rauch- und Mehlschwalben an der Nordsee unterwegs waren. Durch das Kartieren des Adebars lernten wir, die Zeichen der Vögel besser zu verstehen. So fiel es uns nicht schwer, die Nester der Vögel im Urlaub zu entdecken.
Wo bringen die Vögel ihre Nester an?
Mehlschwalbe: Außerhalb von Gebäuden, am witterungsgeschützten Übergang vom Schrägdach zur Hausfassade.
Rauchschwalbe: Meist in Scheunen, deutlich witterungsgeschützter als bei der Mehlschwalbe.
Wie sehen die Nester aus?
Mehlschwalbe: Sie verfügen nur über ein kleines Einflugloch.
Rauchschwalbe: Die Nester sind nach oben hin vollständig offen.
Interessant war, dass wir viele Rauchschwalbennester an witterungsgeschützten Stellen unterhalb von Dächern entdecken konnten. Bisher gingen wir davon aus, dass diese nur in Scheunen brüten. Wir haben fast überall in Siedlungsnähe Nester finden können.
Oft sind die Nester nicht leicht zu erkennen. Entweder hilft es, kurz zu warten, bis ein Elternteil zurückkommt, oder man schaut auf den Boden, ob dort eine große Ansammlung von Kotspuren zu sehen ist. Diese deutet auf ein Nest oberhalb des Kots hin. Teilweise werden die Nester auch mit einem Brett darunter geschützt. Dieser Schutz dient nicht den Vögeln, sondern den Passanten, die darunter vorbeilaufen und keinen Kot abbekommen wollen. Somit könnt ihr auch nach solchen Brettern an Hausfassaden Ausschau halten, das erleichtert die Suche nach Nestern.
Zusätzlich zu den Schwalben hatten wir bereits erfahren, dass Austernfischer wohl überall ihre Nester platzieren können und sich mit sehr wenig zufrieden geben.
Wir haben einige brütende Austernfischer zum Beispiel auf einem Pfosten, zwischen Strandkörben, am Strand gesehen und vermutlich auch indirekt auf Flachdächern.
Abends 29.06.2026 Nordsee Urlaub
Schleiereule und Wachteln
Wir haben während des Urlaubs festgestellt, dass es einige Bauernhöfe mit direkt angrenzender offener Feldstruktur gibt.
Durch eine Datenbankrecherche haben wir ein potenzielles Gebiet der Schleiereule und der Waldohreule gefunden.
Wir gingen dort abends hin und schauten uns das Gebiet an.
Bereits nach wenigen Minuten vor Ort konnten wir eine Wachtel aus den Feldern rufen hören. Insgesamt waren es mehr als zwei Individuen. Nachdem wir den Weg weiterliefen, fing jedoch ein Hund von einem benachbarten Bauernhof lautstark an zu bellen. Deshalb liefen wir den Weg wieder zurück, um die Vögel nicht aufzuschrecken.
An einer Parkbank beobachteten wir das weitere Geschehen in Bezug auf die Eulen.
Ich hörte dann ein weit entferntes, lautes Krächzen, das der Ruf einer Schleiereule war. Nach Einbruch der Dämmerung begannen mindestens zwei junge Waldohreulen, mit Rufen nach Nahrung zu betteln.
In der Dämmerung konnte ich noch eine der beiden Eulenarten fotografieren. Ich vermute, dass ich hier eine Schleiereule erwischt habe, bin mir aber nicht sicher.
Anschließend, als es richtig dunkel wurde, konnten wir noch die Schleiereule im taumelnden Flug direkt über dem Feld beobachten. Diese verschwand dann in einer Schneise im Wald, die auf offene Felder zulief.
Interessanterweise hatte ich meinen Vogelstimmendetektor in der Ferienunterkunft die ganze Zeit laufen. Nachdem wir zu Hause waren und schlafen wollten, hörten wir lautstark eine Schleiereule rufen. Wir waren uns unsicher, ob das sein kann, da wir direkt in der Stadt waren. Mein Detektor stimmte uns zu. Somit hatten wir tatsächlich innerhalb weniger Stunden sogar zwei Schleiereulen gesehen und/oder gehört.
Morgens 29.06.2026 Nordsee Urlaub
Leyhörn NSG und Pislumer Turm
Wir wollten uns noch den Pilsumer Leuchtturm ansehen und beschlossen, auf dem Weg dorthin am Naturschutzgebiet Leyhörn vorbeizuschauen, da ich gerne noch Bilder von der Küstenseeschwalbe machen wollte und hoffte, dort vielleicht welche zu finden.
Es stellte sich heraus, dass unser „kleiner“ Rundweg doch deutlich länger war und wir schließlich nicht zu der Stelle gekommen sind, an der die Küstenseeschwalben möglicherweise vorkommen könnten. Trotzdem hat sich das Gebiet sehr gelohnt.
Auf dem kleinen Rundweg gab es kleine Seen und viel Schilf. Wir konnten einige Schilf- und Teichrohrsänger sehen und hören. Nicht alle konnten wir bestimmen, da unsere Vogelstimmen-App die Hälfte nicht erkannte und wir uns im akustischen Bestimmen nicht so gut auskennen.
An einem kleinen See konnten wir ungefähr 450 Dunkelwasserläufer sowie mehrere Kiebitze, Kampfläufer und Uferschnepfen entdecken. Außerdem waren überfliegende Rohrweihen und ein Seeadler zu sehen. Auch eine Hausgans konnten wir im Trupp von Graugänsen beobachten.
Nachdem wir den Weg weiterliefen, konnten wir das Wattenmeer sehen. Wir trauten unseren Augen kaum, da sich hier eine große Zahl an Vögeln versammelt hatte. Wir schätzten die Anzahl auf etwa 1000 Lachmöwen, 500 Brandgänse, 120 Austernfischer, 40 Säbelschnäbler und circa 1000 große Brachvögel. Außerdem entdeckte Clara in der ganzen Vogelschar noch einen einzelnen Goldregenpfeifer.
Im Bienenland haben wir noch einen Trupp von 150 Löfflern fliegen sehen. Am Ende der Tour konnten wir diese aus nächster Nähe, zwar schlafend, aus einer Beobachtungshütte beobachten. Anschließend bestaunten wir den Pilsumer Leuchtturm.
Alles in allem waren wir erstaunt, so viele rastende Vögel zu sehen. Wir merken uns das Gebiet für den Vogelzug im Herbst.
27.06.2026 Nordsee Urlaub
Wangerooge Rundfahrt
Auf der Überfahrt nach Wangerooge konnten wir vom Schiff aus mehrere diesjährige Brandgänse beim „Surfen“ neben dem Schiff beobachten.
Auf Wangerooge haben wir die Insel mit dem Fahrrad erkundet. Zwar haben wir immer wieder nach Vögeln Ausschau gehalten, doch insgesamt entdeckten wir nicht viel Spannendes. Lediglich während der Fahrradtour mussten wir Graugänse und Weißwangengänse mit ihren Jungtieren passieren. Für kurze Momente fühlten wir uns dabei wie in Jurassic Park.
Außerdem konnten wir noch eine Mantelmöwe am Meer entdecken.
25.06.2026 Nordsee Urlaub
Spiekeroog und die Zwergseeschwalben
Mein Hauptziel im Urlaub war es, Zwergseeschwalben zu fotografieren.
Nachdem ich mehrere Datenbankabfragen gemacht hatte, stellte ich fest, dass auf Spiekeroog eine kleine Kolonie von Zwergseeschwalben vorkommen sollte.
Da wir die Insel bisher noch nie besucht hatten, beschlossen wir, sie zu erkunden.
Direkt am Hafen auf Spiekeroog konnten wir an den Wattflächen und Salzwiesen einige Flussseeschwalben, Brandgänse, Rotschenkel und Eiderenten beobachten. Zwischen all dem Gewirr an Vögeln entdeckten wir gut versteckt mehrere Steinwälzer.
Danach gingen wir in Richtung Ortskern, und Clara entdeckte an einem Funkmasten brütende Turmfalken.
Anschließend gingen wir in Richtung Strand, um nach Seeschwalben zu suchen.
Wir entdeckten immer wieder verschiedene Möwen und Schwalben am Meer und konnten einige Seeschwalben bei der Nahrungssuche beobachten, die kurze Rüttelflüge und anschließende Sturztauchgänge ausführten.
Allerdings waren wir uns nicht sicher, ob eine Zwergseeschwalbe dabei war oder nicht.
Sicher waren wir uns hingegen bei den Silbermöwen, Heringsmöwen, Flussseeschwalben und Brandseeschwalben.
Wir gingen langsam weiter am Strand entlang und entdeckten immer wieder Schwalben die deutlich kleiner wie die Flussseeschwalben waren.
Das waren tatsächlich Zwergseeschwalben.
Nachdem wir weitergelaufen waren, konnten wir an einem Priel mehrere Zwergseeschwalben bei der Jagd beobachten.
Mit etwas Glück flogen sie direkt an uns vorbei. Während der Beobachtung aßen wir eine Kleinigkeit, als plötzlich eine Silbermöwe vorbeikam, von der ich schöne Nahaufnahmen machen konnte.
Kurz darauf lief ein Sandregenpfeifer an uns vorbei. Es stellte sich heraus, dass sich in der Nähe ein Jungtier befand. Wir bemühten uns, weiterzugehen, um die Tiere nicht zu stören.
Nachdem wir herausgefunden hatten, wohin die Zwergseeschwalben flogen, gingen wir in diese Richtung. Es zeigte sich, dass hier ein sehr großer Küstenbereich für sie abgesperrt worden war, damit die Tiere während der Brutzeit nicht gestört wurden.
Kurz nachdem wir beschlossen hatten, in Richtung Ortskern zu laufen, konnten wir noch eine Zwergseeschwalbe beobachten, die sich gegenüber einer deutlich größeren Heringsmöwe verteidigte, sowie einen großen Schwarm von über 50 Zwergseeschwalben, der einen Turmfalken aus der Kolonie vertrieb.
Auf dem Rückweg schauten wir uns noch das Nationalparkhaus an.
Ein weiblicher Fasan rannte knapp an uns vorbei, und mehrere Rauschwalbennester konnten entdeckt werden.
23.06.2026 Nordsee Urlaub
Wattwanderung Minsener Oog
Von Schillig aus konnte eine geführte Wattwanderung zur Vogelschutzinsel Minsener Oog gebucht werden.
Wir entschieden uns, daran teilzunehmen.
Insgesamt verlief die Strecke etwa zwölf Kilometer querfeldein durch das Watt. Wir mussten durch drei Priele, das sind tiefe Wassergräben, hindurchgehen und standen dabei bis zur Hüfte im Wasser. Da wir einen Guide bei uns hatten, der uns über die Gefahren der Wattwanderung informierte, fühlten wir uns sehr sicher.
Außerdem erzählte er uns immer wieder Informelles zur Natur im Wattenmeer.
Wir lernten verschiedene Muschelarten kennen und konnten Seesterne, einen Einsiedlerkrebs, Wattwürmer, sowie eine Krabbe beobachten. Auch aus der Ferne war ein großer Seehund zu sehen.
Auf der Vogelschutzinsel Minsener Oog konnten wir einige Küstenseeschwalben direkt neben dem Weg entdecken. Außerdem konnten wir Zwergseeschwalben durch das Spektiv des Naturschützers betrachten. Auf Minsener Oog befindet sich eine große Kolonie von Heringsmöwen, die wir kurz aus weiterer Entfernung beobachten durften.
Leider war unser Aufenthalt auf der Insel nur sehr kurz, und wir mussten anschließend wieder zurück ans Festland laufen.
Alles in allem war es ein großartiges Abenteuer!
22.06.2026 Nordsee Urlaub
Baltrum und die Brandseeschwalben
Bislang waren wir noch nicht auf der Insel Baltrum, sodass es für uns der erste Besuch dort war.
Nachdem wir den Ortskern besichtigt hatten, gingen wir in Richtung Strand.
Gebannt blickten wir auf das Meer hinaus, entdeckten mehrere Eiderenten und bemerkten, dass immer wieder Seeschwalben von der Meeresseite in Richtung Südosten der Insel flogen. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei hauptsächlich um Brandseeschwalben und vereinzelt auch um Flussseeschwalben handelte. Diese suchten Nahrung für ihre jungen.
Da die Vögel nicht weit über uns hinweg flogen, konnte ich viele gute Bilder machen. Nachdem wir noch am Nordstrand ein wenig gelaufen waren, gelang es mir, schöne Fotos von einem Austernfischer zu machen.
Anschließend beschlossen wir, über den Ortskern in Richtung Süden zu gehen. Während des Fußmarschs konnten wir einen Habicht über unseren Köpfen fliegen sehen sowie mehrere adulte und einen juvenilen Steinschmätzer und Wiesenpieper beobachten.
Auf dem Rückweg zur Fähre konnten wir noch eine Silbermöwe beobachten, die einer Krabbe beim Zuschauen war.
Ende Juni 2026 Nordsee Urlaub
Wir sind für neun Tage in den Urlaub zu den Ostfriesischen Inseln an der Nordsee gefahren und haben dort auch Vögel beobachtet. Insgesamt haben wir viel Neues entdeckt und persönlich einiges dazugelernt. Im Folgenden einige Highlights.
Neu hinzugefügt: Neue Arten Austernfischer, Einsiedlerkrebs, Habicht, Hausgans, Mantelmöwe, Seestern, Strandkrabbe, Wattwurm und Zwergseeschwalbe.
Neue Bilder bei Brandgans, Brandseeschwalbe, Dorngrasmücke, Dunkelwasserläufer, Eiderente, Flussseeschwalbe, Großer Brachvogel, Löffler, Mäusebussard, Mehlschwalbe, Rauchschwalbe, Rohrweihe, Sandregenpfeifer, Seeadler, Silbermöwe, Steinschmätzer und Wiesenpieper.
19.06.2026
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Haubenlerche, Mauerläufer, Rotfußfalke, Uhu, Wasseramsel und Zaunammer.
18.06.2026
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Meeresstrandläufer, Mornellregenpfeifer und Zwergschnepfe.
20.06.2026
Steinkauz und Wiesenschafstelze im Enzkreis
Ich war noch mit einem guten Freund auf der Suche nach einem Steinkauz in einem uns bekannten Gebiet, in dem Steinkäuze leben.
Vor Ort konnten wir einen Steinkauz aus weiter Entfernung für einige Sekunden von Baum zu Baum fliegen sehen. Später sahen wir am selben Baum erneut für kurze Zeit einen Steinkauz.
Weil alles so schnell ging, konnten wir keine Bilder machen.
Trotzdem gelang es uns, schöne Aufnahmen von der Wiesenschafstelze und einem Star zu machen.
17.06.2026 Teil 2/2
ADEBAR Kartierung Weinberge mit Zaunammer
Am Abend war ich erneut in einem Weinberg, den ich bereits am 25.05.26 besucht hatte.
Ich wollte in den Abendstunden noch nach Eulen suchen, da dort einige Scheunen stehen, und prüfen, ob möglicherweise eine Schleiereule dort wohnen könnte.
Vor Ort war es sehr heiß. Ich hatte nicht mit dieser drückenden Hitze gerechnet. Meinen Sonnenhut hatte ich vergessen und ich hatte zu wenig Wasser dabei. Deshalb kam ich nur sehr schleppend den Weinberg hinauf.
Ich hörte wie bereits beim letzten Mal mehrere Bluthänflinge singen und auch einige Hausrotschwänze waren zu sehen.
Während des Laufens meinte ich, eine Goldammer singen zu hören. Allerdings fehlten wieder die zuletzt absteigenden Töne. Wird das nicht schon wieder eine Zaunammer sein?
Normalerweise habe ich mein mobiles Aufnahmegerät dabei, das kontinuierlich Vogelstimmen aufnimmt. Zuhause lasse ich die Aufnahmen analysieren und weiß danach, welche Vögel gerufen haben. Bei der letzten Begehung hatte ich genau einen Gesang von der Zaunammer aufgenommen. Mir war das bei der Begehung nicht bewusst, und ich konnte mir noch nicht vorstellen, dass es hier eine gibt. Die nächsten Brutgebiete liegen eigentlich in Richtung der Weinberge in der Rheingegend, am Kaiserstuhl sowie im Bereich Stromberg-Heuchelberg.
Kurz und knapp: Auf einer Hecke saß ein fröhlicher Sänger!
Die Zaunammer rief mehrere Minuten lang, und ich konnte sehr schöne Bilder machen. Interessant war, dass sowohl diese Zaunammer als auch die vom 16.06.26 jeweils auf einer Singwarte in einem sehr dichten Heckengestrüpp saß.
Ansonsten habe ich nichts Besonderes beobachtet. Die Eulen und Käuze blieben aus, doch ich vermute, dass es hier mindestens eine dieser Arten geben muss. Das Gebiet bietet sehr gute Voraussetzungen für Steinkäuze oder Waldohreulen. Es gibt zahlreiche Obstbäume mit potenziellen Nistplätzen und die Felder werden sowohl von Menschen als auch mit Kühen und Pferden bewirtschaftet. Außerdem gibt es kurzrasige Flächen, und das gesamte Gebiet ist von einer hohen Artenvielfalt geprägt, die als Nahrungsgrundlage dienen kann. Zur Balzzeit Anfang nächsten Jahres werde ich mir das Gebiet erneut ansehen. Ich bin gespannt, ob wir etwas entdecken.
17.06.2026 Teil 1/2
Neu hinzugefügt: Weitere Tierarten komplett überarbeitet. Infos zum Gebiet Felsenschwalbe.
16.06.2026 Teil 2/2
Neu hinzugefügt: Infos zum Gebiet Rallenreiher, Steinkauz und Waldohreule. Neue Art Hohltaube.
16.06.2026 Teil 1/2
ADEBAR Kartierung Grünland
Am Vormittag habe ich die diesjährige letzte Frühkartierung für den ADEBAR durchgeführt. Ich wollte noch nach der Feldlerche suchen, da wir sie bisher noch nicht gefunden haben.
Vor Ort entdeckte ich gleich zu Beginn der Route einen Nistkasten für Steinkäuze. Trotz der Dämmerung konnte ich mit der Wärmebildkamera keinen Steinkauz feststellen. Auch unter der Nisthilfe und in der Umgebung lag weder Vogelkot noch Federn, die auf einen möglichen Bewohner hinweisen könnten.
Nachdem ich einige Meter weitergelaufen war, sah ich am Himmel einen mittelgroßen Greifvogel fliegen.
Zuerst dachte ich, es sei ein Habicht. Tatsächlich handelte es sich jedoch um einen Wanderfalken. Dieser setzte sich dann für über eine halbe Stunde auf einen Strommasten und beobachtete das Gebiet. Spannend war, dass im Gebiet mehrere Strommasten standen und auf jedem jeweils ein Mäusebussard, Turmfalke, Rabenkrähe oder eine Hohltaube saß.
Am Waldrand selbst befanden sich auf einem alten Mast mehrere Nistkästen.
Ich bin mir nicht sicher, für welche Vogelarten diese bestimmt sind. In unmittelbarer Nähe saß jedoch ein Turmfalkenpaar.
Während der gesamten Strecke konnte ich erneut mehrere Rehe beobachten sowie singende Dorngrasmücken und Goldammern. Außerdem sah ich über 20 Hohltauben, einen Feldhasen und einen Marder, vermutlich einen Baummarder.
Sonst war es eher ruhig. Man merkt den Vögeln an, dass sie mit der Brut bereits fertig sind und die Jungvögel schnellstmöglich heranwachsen müssen. Die gesuchte Feldlerche blieb leider aus.
Gegen Ende der Tour hörte ich einen Gesang, der dem der Goldammer ähnelte. Allerdings fehlten im Gesang gegenüber der Goldammer die letzten absteigenden Noten. Diesen Gesang hatte ich bereits Wochen zuvor in einem Weinberg gehört. Ich war mir nicht sicher, ob hier wirklich eine Zaunammer rufen konnte.
Die Rufbestimmung am Handy bestätigte meine Vermutung, was meinen eigenen Verdacht verstärkte.
Ich ging in Richtung Gebüsch, konnte den Vogel jedoch nicht sehen. Tatsächlich gelang es mir mit etwas Glück, eine Zaunammer versteckt an der Spitze zu entdecken. Darüber freute ich mich sehr, da ich den Gesang noch nicht lange kannte und ihn mir einprägen konnte.
Interessanterweise sang die Zaunammer über mehrere Minuten hinweg und ließ sich von mir nicht stören.
Bislang kannte ich diese Art nur aus wärmelastigen Gebieten und Weinbergen. Es scheint jedoch, dass sie auch mit Streuobstwiesen und dichtem Heckenbewuchs zurechtkommt.
Mir fiel daraufhin auf, dass genau aus solchen Gründen eine ehrenamtliche Kartierung für ein großes Projekt wie den ADEBAR sehr sinnvoll ist. Im TK/4 wurde in den letzten Jahren insgesamt kaum etwas gemeldet.
Wir haben hierfür neue brütende Arten nachgewiesen und dabei auch persönlich einiges dazugelernt. Für die Zukunft lässt sich so, wenn in 20 Jahren eine neue ADEBAR-Kartierung erfolgt, nachvollziehen, welche Vogelarten im Brutbestand zurückgehen und welche neu hinzukommen.
14.06.2026
Binnengewässer Kartierung mit Blässhuhn und co.
Heute hatte ich die letzte Kartierung für die diesjährige Binnengewässerkartierung. Dabei erfasse ich das Gebiet rund um die fließende Nagold zwischen Pforzheim und Dillweißenstein.
Bei der Kartierung wird insgesamt an drei Terminen je in den ersten zwei Wochen der Monate April, Mai und Juni nach einer speziellen Liste von Wasservögeln gesucht. Die Schwerpunkte in meinem Gebiet liegen auf der Wasseramsel, den Gebirgsstelzen, den Gänsesägern, der Stockente und den Blässhühnern.
Die dritte Kartierung im Juni ist meist eher unspektakulär, da die Wasseramseln, Gebirgsstelzen und Gänsesäger ihre Brut bereits abgeschlossen haben und die Jungen selbstständig sind. Nur die Stockenten und Blässhühner können noch weitere Bruten beginnen und Nester bauen. Von der gesamten Strecke von etwa 8 Kilometern Rundweg ist nur ein Drittel für die Enten relevant, da sie nur in diesem Abschnitt brüten.
Der Fluss ist am restlichen zwei Drittel der Strecke deutlich schmaler und somit nur für Gebirgsstelzen und Wasseramseln von Interesse. Während der gesamten Kartierung konnte ich insgesamt zwei Wasseramseln sowie ungefähr fünf Gebirgsstelzen beobachten, von denen zwei gesungen habe und mindestens eines von den fünf ein diesjähriges Jungtier ist.
Außerdem entdeckte ich drei besetzte Nester der Blässhühner.
Ich finde es immer spannend, dass sich die Blässhühner meist an einer geeigneten Stelle im Fluss oder in einem stehenden Gewässer auf einem Stein mit einigen Ästen ein sehr stabiles Nest bauen können. Meistens handelt es sich entweder um eine sehr stabile Festung oder um ein minimalistisches Nest, das aus nur ein paar Ästen besteht.
Des Weiteren war ich sehr erstaunt über die Vielzahl von Stockenten. An einer Stelle konnte ich über 50 Exemplare beobachten, während sonst hier meist nur etwa 20 Tiere anwesend waren. Hiervon war die Großzahl diesjährig.
Am Ende der Kartierung blickte ich noch auf den Kirchturm der Stadtkirche. Dort saß ein mittelgroßer Vogel auf der Kirchspitze.
Ich war sehr überrascht, denn es handelte sich um einen Wanderfalken.
In Pforzheim gibt es übrigens zwei bekannte Brutplätze dieser Falken. Diese haben wir bereits mehrfach abgesucht, doch konnten wir keinen Vogel sichten. Somit konnte ich heute meinen ersten Wanderfalken in Pforzheim beobachten. Dieser saß über eine halbe Stunde nahezu regungslos an derselben Stelle und beobachtete das Geschehen in der Stadt.
Außerdem konnte ich auf der Strecke noch einen Zaunkönig schön aufnehmen und zufällig noch einen kleinen weißen Nachtfalter entdecken. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Blausieb.
Zu guter Letzt hatte ich bereits bei den letzten Begehungen an einem Haus einige Nisthilfen gesehen, konnte diese jedoch bislang nicht zuordnen. Dabei handelt es sich um Nisthilfen für Mauersegler.
Zum Brüten sind Mauersegler auf Nischen in Gebäuden angewiesen, um dort ihren Nachwuchs großzuziehen. Alternativ werden auch sehr gerne Nisthilfen angenommen, da Nischen und Ritzen in Gebäuden mittlerweile selten geworden sind. Alle auf dem Bild zu sehenden Kästen sind für Mauersegler geeignet. In mindestens drei Kästen konnte ich einfliegende Mauersegler sehen.
13.06.2026
Pforzheim Ringelbaum
Am Abend zuvor war ich in einem Wald südöstlich von Pforzheim unterwegs.
Dort gibt es einige Stellen, an denen ich potenzielle Brutplätze für Nachtschwalben vermute.
Die Nachtschwalbe war wohl vor langer Zeit ein Brutvogel im Nordschwarzwald.
Vor Ort nieselte es leider, und der Gesang der Nachtschwalbe blieb aus. Deshalb hatte ich entweder das falsche Wetter erwischt oder, was ich eher glaube, es gibt hier einfach keine mehr.
Während meiner Beobachtungen sind mir einige Erdkröten über den Weg gelaufen. Außerdem konnte ich aus weiterer Entfernung zwei Rotfüchse beobachten, und am Wegesrand waren auch Glühwürmchen unterwegs. Mit der Wärmebildkamera entdeckte ich außerdem einen Vogel oder ein Nest in einem Baum am Weg, konnte dieses jedoch nicht identifizieren.
Folglich gingen wir am nächsten Tag gemeinsam in den Wald, um erneut danach zu suchen. Am Vormittag konnten wir das unbekannte Flugobjekt jedoch nicht mehr finden, da wegen der Umgebungswärme alles warm war und die Wärmebildkamera nichts erkennen konnte.
Trotzdem haben wir einige schöne Sichtungen gemacht. Von einer kleinen Erdkröte und einem Perlglanzspanner konnte ich gute Bilder aufnehmen.
Außerdem entdeckten wir einen Baum mit einer waagerechten Reihe voller Löcher. Diese stammen von einem Specht. Wir vermuten, dass es sich um einen Buntspecht oder Mittelspecht handelt. Bei diesem Baum handelt es sich um einen "Ringelbaum" und dieses Verhalten nennt sich auch „ringeln“. Dabei pickt der Specht die Löcher in den Baum, um an den zuckerhaltigen Baumsaft zu gelangen.
Tatsächlich ringeln nur Buntspecht, Mittelspecht und Dreizehenspecht. Alle anderen Spechte tun das nicht.
Anschließend waren wir noch in einem Steinkauz Gebiet nördlich von Pforzheim. Wir konnten jedoch kaum etwas entdecken. Über dem Gebiet kreisten einige Rot- und Schwarzmilane, zudem waren ein Neuntöter und mehrere singende Feldlerchen anwesend. Den gesuchten Steinkauz konnten wir nicht finden.
10.06.2026
ADEBAR Kartierung Sumpfrohrsänger
Ich muss mir vormittags im Juni noch zwei Bereiche mit Grünland und Ackerland für den ADEBAR ansehen. Vor der Arbeit habe ich eines dieser Gebiete besucht.
Die übrigen noch offenen Begehungen für Eulen, Mehlschwalben und Mauersegler können Anfang Juli im Tagesverlauf erfolgen.
Bei den letzten Kartierungen in vergleichbaren Gebieten hatte ich wenig Erfolg mit vielfältigen Vogelsichtungen, da die Felder nicht bewirtschaftet wurden und das Gras über einen Meter hoch stand. Häufig waren hier nur typische Arten wie Buntspecht, Kohlmeise und ähnliche zu beobachten.
Doch heute war es endlich anders. Die Äcker sind bewirtschaftet! Von leerem Acker über Wiesen, angebauten Roggen, höhere Pflanzen wie die durchwachsene Silphie und vieles mehr bietet die Landschaft einen guten Mix aus unterschiedlich hohen Feldern. In den Feldern waren mehr als genug herausschauende Rehköpfe zu sehen. Einen überfliegenden Kolkraben sowie einen Sperber konnte ich sichten. Endlich hatte ich eine größere Anzahl an Goldammern gefunden, die in den letzten Gebieten nur vereinzelt anzutreffen waren. Hier konnte ich sogar fünf Stück entdecken und die meisten haben auch gesungen.
Als ich an den Feldern vorbeiging, hörte ich einen Gesang, der mir bekannt vorkam. Tatsächlich riefen aus dem Feld mit den durchwachsenen Silphien zwei Sumpfrohrsänger. Außerdem rief aus einem weiteren Feld mit derselben Pflanzenart ein weiterer Sumpfrohrsänger, den ich beim Singen sehr schön auf den Spitzen der Pflanzen beobachten konnte. Mir war tatsächlich nicht bewusst, dass diese Rohrsänger bei uns vorkommen beziehungsweise brüten.
Hier bietet sich diese Möglichkeit jedoch an, da durch die Pflanzensorte eine deckungsreiche Vegetation entsteht und sich in der Nähe ein kleiner fließender Bach befindet.
Gegen Ende der Kartierung entdeckte ich sechs Rotmilane, die auf einem abgeernteten Feld saßen. Es sieht so aus, als handele es sich dabei um mehrere diesjährige Vögel (1. KJ) sowie mindestens einen adulten Vogel.
Es hat mich gefreut, so viele Rotmilane zu sehen, da wir nördlich des Gebiets ein Revier dieser Vögel vermuteten, jedoch den Brutplatz beziehungsweise Vogelhorst nicht gefunden haben. Dort haben wir immer wieder ein bis drei Rotmilane kreisend in der Nähe des Waldes beobachtet. Somit hat sich der Verdacht bestätigt, dass in der Nähe Rotmilane brüten!
06.06.2026
ADEBAR Kartierung Waldohreule
Nachdem wir vormittags noch im Naturkundemuseum in Stuttgart waren, fuhren wir abends etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang in unseren ADEBAR-Quadranten.
Wir wollten an insgesamt drei Stellen nach Eulen suchen. Den Uhu und den Waldkauz haben wir bereits mehrfach entdeckt. Es fehlen uns noch die Waldohreule und der Steinkauz. Die Waldohreule wurde bereits im letzten Jahr im Quadranten gemeldet, jedoch konnte ich in dem Gebiet keine finden. Der Steinkauz wurde bislang noch nie gemeldet. Dennoch hatte ich in mehreren Gebieten den Verdacht, dass hier ein Steinkauz leben könnte.
Es stellte sich heraus, dass in allen drei Gebieten sehr alte Obstbäume mit potenziellen Nistplätzen vorhanden sind. In zwei von drei Gebieten waren die Wiesen jedoch nicht gemäht, und das Gras stand knapp einen Meter hoch. Der Steinkauz benötigt jedoch kurze Vegetation, zum Beispiel niedrig gemähte Wiesen oder einen Acker mit wenig hohem Bewuchs.
Im dritten Gebiet hatten wir dieses Jahr bereits einen Kauz oder eine Eule gesehen, konnten ihn jedoch nicht bestimmen, da er in der Dunkelheit lautlos über uns hinwegflog. Die Tendenz ging in Richtung Waldkauz oder Waldohreule.
Dieses Gebiet könnte für den Steinkauz oder die Waldohreule interessant sein, da hier einige kleine Gärten, Obstbäume, Ackerflächen und kleine gemähte Wiesenbereiche vorhanden sind.
Nachdem wir alles mit dem Fernglas und der Wärmebildkamera abgesucht hatten, fanden wir nichts. Ein paar Rehe, einen Igel und mehrere Hirschkäfer konnten wir entdecken. Auf dem Rückweg hörten wir in den letzten 200 Metern ein lautes Fiepsen und sahen eine eulenähnliche Gestalt fliegen. Mit der Wärmebildkamera entdeckten wir einen großen Vogel im Baum. Dank der BirdNet-App, mit der man Vogelstimmen bestimmen kann, bestätigten wir unseren Verdacht, dass es sich um Waldohreulen handelt. Insgesamt waren es mindestens zwei Exemplare, vermutlich ein bis zwei diesjährige und eine adulte Waldohreule. Ich konnte außerdem einige Belegbilder machen.
Wir hatten zuvor in einem Buch zur Kartierung gelesen, dass die Waldohreulen etwa 30 Minuten nach Einbruch der Dämmerung aktiv sind. Tatsächlich konnten wir dies auch bestätigen. Mit bloßem Auge war es in den dunklen Bäumen kaum noch möglich, etwas zu erkennen. Dank der hohen ISO-Empfindlichkeit unserer Kamera gelang es uns mit 500 mm Brennweite, manueller Scharfstellung, 1/2 Sekunde Verschlusszeit und ISO 256.000, Belegbilder zu erstellen. Anschließend gingen wir zügig weiter, um die Jungen nicht weiter zu stören.
03.06.2026
Neu hinzugefügt: Mandarinente, Tannenmeise und Weißrückenspecht.
02.06.2026
Neu hinzugefügt: Hintergrund Infos zur Sichtung Prachttaucher und Zwergschnepfe. Artennamen der Vögel in Deutsch, Englisch und Latein.
01.06.2026
Mauersegler in Pforzheim
Jedes Jahr Anfang Mai treffen die Mauersegler in unserer Stadt ein. Den Winter verbringen sie in Südafrika. Erst im Sommer kehren sie zu uns zurück und brüten dann in Nestern an den Dächern höherer Gebäude. Oftmals muss man nicht einmal den Kopf zum Himmel richten, um einen Mauersegler zu entdecken. Durch ihren bekannten, schrillen Ruf „sriii“ machen sie sich schon früh bemerkbar.
Bei uns in Pforzheim können wir teilweise bis zu 50 Exemplare gleichzeitig aus der Wohnung beobachten. Diese fliegen entweder hoch am Himmel oder direkt über die Wohnhäuser hinweg.
Es gelang mir sogar, ein Bild zu machen, auf dem ein Mauersegler eine Feder im Schnabel hält. Zunächst hatten wir vermutet, dass es sich um eine Krankheit handelt. Nach weiterer Recherche haben wir jedoch herausgefunden, dass der Vogel sein Nest mit Federn auspolstert.
Schön war, dass ich mir Zeit genommen habe, Vögel im Flug aufzunehmen und dabei meinen Autofokus zu testen. Meistens benutze ich am 600-mm-Objektiv den 1,7-fachen Konverter, der jedoch kein Tracking ermöglicht, weshalb ich den Einzel-Autofokus nutze. Mit dem 1,4-fachen Konverter funktioniert das Tracking hingegen. Es war sehr spannend zu beobachten, wie gut die Kamera die Tiere verfolgen kann, solange der Vogel nicht kleiner als das Messfeld ist.
Parallel zum Mauersegler kommt bei uns auch vereinzelt der sogenannte Alpensegler vor. Er brütet beispielsweise in der Innenstadt von Karlsruhe und Stuttgart. Der Alpensegler sieht dem Mauersegler sehr ähnlich, hat jedoch einen deutlich erkennbaren weißen Bauch.
Meistens erkennt man ihn am Ruf:
Anders als der Mauersegler, der „sriii“ ruft, trillert der Alpensegler. Dieses Trillern klingt wie ein schnell gepfiffenes „ü“ mit einer sehr kurzen Pause danach und dauert etwa zehn Sekunden. Das könnt ihr auch gut selbst nachmachen, indem ihr konstant ein „ü“ pfeift und dann immer kurz durch die Lippen Luft presst. Wenn ihr das die ganze Zeit wiederholt, bekommt ihr den Ruf des Alpenseglers hin!
30.05.2026 Teil 1/2
Graureiher und Stieglitze am Rhein
Wir haben uns Samstagmorgen auf den Weg an den Rhein gemacht und in zwei Gebieten nach Vögeln gesucht. Dabei lag der Fokus besonders auf dem Gelb- und dem Ohrpeusspötter, sowie der Flussseeschwalbe.
Im ersten Gebiet kann man je nach Pegelstand mehrere Kiesbänke sehen und der Rhein mündet hier in einen Altrheinabschnitt. In diesem Gebiet beobachten wir häufig durchziehende Limikolen. An diesem Tag konnten wir in einem großen Baum, in dem wir in diesem Jahr bereits ein Graureihernest entdeckt hatten, ein weiteres Graureihernest finden. Das Paar war fleißig am Nestbau und brachte immer mehr Äste mit.
Hinter der Beobachtungsstelle rief immer wieder ein Buntspecht, ebenso Stieglitze. Für einen kurzen Moment hatte Clara zwei Stieglitze entdeckt und wir konnten diese am Boden bei der Suche nach Nistmaterial beobachten. Einer von beiden hatte seinen Schnabel komplett mit Nistmaterial gefüllt.
Des Weiteren konnten wir vier Rostgänse, mehrere Flussregenpfeifer auf den Kiesbänken, überfliegende Flussseeschwalben sowie mehrere singende Nachtigallen und Pirole im Gebiet beobachten oder hören.
Anschließend sind wir in das nächste Gebiet gefahren, um nach den Spöttern zu suchen.
30.05.2026 Teil 2/2
Seidenreiher am Rhein
Im zweiten Gebiet gibt es einen Altrheinkanal und zwei kleine Seen. Hier konnten wir im letzten Winter bereits einen Zwergschwan sowie einige Singschwäne beobachten.
Auf dem Weg in das Gebiet waren die üblichen Arten wie Blau- und Kohlmeise sowie Buntspecht usw. zu beobachten. Kurz bevor wir die zwei Seen erreichten, hörten wir aus dem naheliegenden Gebüsch einen Ruf, den wir nicht kannten. Zuerst dachten wir, es sei ein Specht, der „duit“ ruft. Doch deutlich waren die anderen Teile des Rufs wesentlich melodischer.
Mithilfe der Bestimmungs-App Birdnet stellten wir fest, dass es unser gesuchter Gelspötter war. Die Freude darüber war natürlich groß!
An den Seen konnten wir mehrere Höckerschwäne, Haubentaucher sowie jeweils etwa 20 Graureiher und Kormorane beobachten. Neben dem Weg im Wasser entdeckten wir einen brütenden Haubentaucher. Dieser schwamm die ganze Zeit um sein Nest, in dem sich zwei Eier befinden. Als ein größerer Fisch an der Wasseroberfläche dem Nest näherkam, vertrieb der Haubentaucher ihn lautstark und mit körperlichen Einsatz.
Im gleichen Gewässer befand sich auch ein beringter Weißstorch, der auf Nahrungssuche war. Den abgelesenen Ring habe ich an die Vogelwarte Radolfzell gemeldet. Nach einem Monat habe ich ein Update bekommen. Der Vogel ist 2011 geboren. Dieser wurde in Karlsruhe beringt.
Anschließend haben wir am großen Gewässer die schwimmende Brutinsel der Flussseeschwalben beobachtet und waren erstaunt, dass in diesem Jahr keine einzige Seeschwalbe auf dem Brutfloß war. Stattdessen hielten sich zwei adulte und eine juvenile Mittelmeermöwe auf der Insel auf. Zuerst hatten wir das Junge gar nicht bemerkt. Erst als wir katzenartige Rufe wahrnahmen und nachschauten, bemerkten wir, dass ein Jungvogel anwesend war.
Da die Flussseeschwalben bisher jedes Jahr auf der Insel brüteten, sind wir nun besorgt, wie es hier weitergeht. Wir gehen davon aus, dass sich die Flussseeschwalben gegenüber den aggressiven Mittelmeermöwen nicht durchsetzen können. Trotzdem haben wir im ersten Gebiet eine Flussseeschwalbe mit Nahrung im Schnabel und im zweiten Gebiet zwei jagende Flussseeschwalben beobachtet. Hoffen wir, dass sie in diesem Jahr einen anderen, sichereren Brutplatz finden oder bereits gefunden haben.
Während der weiteren Beobachtung konnten wir auch einen rufenden, überfliegenden Fischadler sichten. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob es sich dabei um Warnrufe oder Balzrufe handelte.
Des Weiteren fielen Clara zwei weiße Reiher im Gebiet auf. Zunächst vermutete sie Silberreiher. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um zwei Seidenreiher im Prachtkleid handelte. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt in Südeuropa und am Mittelmeer. Im Sommer sind diese Reiher vereinzelt bei uns zu beobachten. Beide Reiher trugen das Prachtkleid, das sich durch zwei lange Federn im Nacken, Schmuckfedern am Rücken sowie eine pinke Zügelhaut auszeichnet. Die Zügelhaut ist die Haut zwischen Schnabel und Auge.
Die bekannteren weißen Silberreiher mit dem gelben Schnabel sind fast doppelt so groß und deutlich häufiger in Deutschland anzutreffen. Auf dem Bild neben dem Höckerschwan sieht man gut, wie klein diese Reiher tatsächlich sind.
Nachdem wir alles beobachtet hatten, gingen wir noch in den naheliegenden Wald und hörten erneut einige Sänger, wie den Sumpf- und Teichrohrsänger sowie weitere Gelbspötter. Auch über sechs Pirole konnten wir hören und fliegen sehen. Leider habe ich hier keine Fotos machen können. Jedes Jahr hoffe ich, einen Pirol schön aufnehmen zu können, doch bisher leider ohne Erfolg.
29.05.2026
ADEBAR Kartierung Gewässer
Heute habe ich nach der Arbeit erneut ein Gebiet für den ADEBAR besucht.
Hier gibt es einen kleinen Fischteich (3000m²), einen sehr kleinen Auwald und einen schmalen Bach.
Vor ein paar Monaten hatte ich dort bereits eine Gebirgsstelze mit einer vermutlichen Brut entdeckt. Das aufgeregte Verhalten des Altvogels deutete zumindest darauf hin, dass sich ein Nest in der Nähe befindet.
Ich wollte das Gebiet erneut besuchen, da an dem kleinen Fischerteich eine kleine Hütte für Enten steht und ich nicht wusste, ob hier etwas brütet. Vor Ort war das Haus mittlerweile so zugewachsen, dass keine Ente mehr hineinkonnte.
Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt. In dem gesamten Gebiet gab es eine Vielzahl von Insekten; insbesondere Prachtlibellen und Eintagsfliegen waren stark vertreten.
Als ich die Umgebung des Bachlaufs eine halbe Stunde lang beobachtete, konnte ich erneut eine männliche Gebirgsstelze entdecken, die sogar sang. Außerdem flog ein Eisvogel den Kanal entlang zum Fischerheim. So konnten wir eine weitere Art für unseren Quadranten sichern. Ich war schließlich sehr erstaunt, dass an solch kleinen Gewässern, die ich sonst nicht beachtet hätte, eine so große Anzahl an Tieren vorkommen kann.
Weiterhin hatte ich vermutet, dass dieses Gebiet auch für Wasseramseln attraktiv ist. Das Fließgewässer ist kristallklar und bietet verschiedene Möglichkeiten zur Nahrungssuche. Dennoch konnte ich während beider Beobachtungsgänge diese Art nicht entdecken.
28.05.2026 Teil 2/2
Neu hinzugefügt: Hintergrund Infos zur Sichtung Rallenreiher, Mauerläufer und Steinkauz.
28.05.2026 Teil 1/2
ADEBAR Kartierung Wald und Streuobstwiesen
Nach der Arbeit und am Abend besuchte ich noch mehrere Gebiete, um Kontrollen beim ADEBAR durchzuführen.
Das erste Gebiet liegt neben einem Steinbruch. Hier konnten wir im März in den Abendstunden bereits balzende Uhus und Waldkäuze hören und beobachten. Ich wollte das Gebiet neben dem Steinbruch auf Waldlaubsänger prüfen. Diesen hatte ich zwar nicht gefunden, doch machte ich eine spannende Entdeckung.
Während eines Rundgangs im Gebiet fiel mir auf, dass mehrere Amseln lautstark Alarmrufe im Wald von sich gaben. Kurz darauf herrschte Ruhe. Anschließend sang ein Pirol aus dem Blätterdach. Ich freute mich, ihn hier anzutreffen, da ich nicht damit gerechnet hatte.
Nach einer kurzen Gesangseinlage folgte etwas Unerwartetes:
Ein Waldkauz rief aus derselben Richtung! Er gab drei Rufe von sich. Danach hörte ich den Pirol nicht mehr, und für einige Minuten herrschte Ruhe im Wald. Dieses Verhalten konnte ich mir nicht erklären, da ich bisher noch nie die Kombination aus Waldkauz und Pirol beobachten durfte.
Nach Recherche im Internet ergibt sich folgendes Bild:
Beide Arten können im gleichen Lebensraum vorkommen und kommen sich im Regelfall nicht in die Quere. Am Steinbruch zeigt sich für uns jedoch ein anderes Bild. Hier hatten wir bereits bei der Balz der Uhus und Waldkäuze festgestellt, dass immer nur eine Art gerufen hat, entweder der Uhu oder der Waldkauz. Somit ist der Wald um den Steinbruch vermutlich in Reviere für beide Arten unterteilt. Nun kommt noch der Pirol hinzu, der ebenfalls ein Revier beansprucht. Der Waldkauz ist allerdings stärker und wird dem Pirol durch seine Rufe deutlich machen, dass dieser nicht geduldet wird.
Am Abend habe ich noch Streuobstwiesen auf Wendehälse und Steinkäuze kontrolliert. Beide Arten konnte ich nicht nachweisen. Für den Wendehals bin ich im Jahresverlauf zu spät dran. Der Steinkauz hat in dem besagten Gebiet einige alte Obstbäume, doch das Gras steht knapp einen Meter hoch. Daher bieten sich kaum Jagdflächen. Am Rand konnte ich jedoch einen kleinen bewirtschafteten Acker und eine Wiese finden. Tatsächlich gibt es an einem alten Obstbaum eine Bruthöhle. Dennoch konnte ich die Art am Abend und nach der Dämmerung nicht entdecken. Ich bezweifle jedoch, dass sich ein Steinkauz hier heimisch fühlt, da die bewirtschaftete Fläche sehr klein ist.
Trotzdem konnte ich über drei männliche Neuntöter und drei Füchse, von denen einer noch sehr klein war, sehen.
Außerdem vernahm ich einen Vogel, den ich bislang noch nicht kenne. Ich recherchiere noch, um welche Art es sich handelt. Ich hatte nur einen braunen Greifvogel mit weißem Bürzel in den Wald fliegen sehen. Anschließend hörte ich Rufe aus dem Wald, die mit Spechtrufen vermischt waren. Was das sein kann? Keine Ahnung.
27.05.2026
Neu hinzugefügt: Haubenmeise, Haussperling, Kolbenente und Wiesenpieper. Sowie ein paar neue Bilder.
26.05.2026
Bei den Bildseiten wurde ganz unten ergänzt, in welchem Bundesland die Vögel und Tiere aufgenommen wurden.
25.05.2026
ADEBAR Kartierung Weinberge
Beim ADEBAR-Kartieren konnte ich einige neue Arten für unseren Quadranten feststellen. Dabei entdeckte ich Rauch- und Mehlschwalben, Mauersegler, Braunkehlchen, Kuckuck, Zaunammer und Heckenbraunelle als neue Arten. Trotz fehlender großen Gewässerfläche sind wir aktuell bei 75 Arten.
Außerdem konnte ich mehrfach immature Mittelspechte beobachten, zwei Bruthöhlen des Buntspechts mit juvenilen Tieren, eine Vielzahl von Hausrotschwänzen, die Nahrung für ihre Jungen brachten, sowie einen Schwarzmilan mit Futter für seine Jungen.
Leider konnte ich bisher nachgewiesene Arten wie den Baumpieper nicht feststellen. Auch den Wendehals habe ich auf mehreren Streuobstwiesen immer noch nicht nachweisen können.
Zusätzlich ist es mir gelungen, schöne Bilder von einem Feldhasen, einem Mittelspecht und von Bluthänflingen zu machen.
17.05.2026
Schwarzflügel-Brachschwalbe in Tübingen
Dank einer Meldung von Ornithologen auf Ornitho.de konnten wir in Tübingen eine für Mitteleuropa seltene Schwarzflügel-Brachschwalbe entdecken.
Das Brutgebiet dieses Vogels erstreckt sich von Südosteuropa bis nach Kasachstan. Bei uns ist diese „Schwalbe“, die eigentlich ein Watvogel ist, eine äußerst seltene Ausnahmeerscheinung. Es gibt außerdem eine verwandte Art, nämlich die Rotflügel-Brachschwalbe. Diese besitzt auf den Unterseiten der Flügel rote Federn. Sie gilt auch als Ausnahmeerscheinung, kommt aber etwas häufiger vor als die Schwarzflügel-Brachschwalbe.
Wir haben etwa vier Stunden vor Ort verbracht. Das Hitzeflimmern führte dazu, dass keine optimalen Bilder entstanden. Ich bin aber trotzdem zufrieden mit der Ausbeute.
Außerdem war ich sehr erstaunt, wie gut andere Fotografen mit dem neuen, einfachen Autofokus-Tracking spiegelloser Kameras fast mühelos Vögel im Flug aufnehmen konnten. Mit der D850 ist das deutlich schwieriger.
Während unseres vierstündigen Aufenthalts waren mehr als 50 Personen vor Ort. Die Schwalbe war am nächsten Tag nicht mehr anwesend. Insgesamt war sie drei Tage anwesend.
16.05.2026
Nachtschwalbe und Waldohreule in Karlsruhe
Nachdem wir an der Wagbachniederung Vögel beobachtet hatten, sind wir noch in der Abenddämmerung nach Karlsruhe gefahren.
An einem uns bekannten Ort suchten wir in der Dämmerung nach Nachtschwalben. Direkt nach Einbruch der Dunkelheit war das erste Schnurren einer Nachtschwalbe zu hören. Es klingt wie „eeeeeeeer -ööörrrrr-eeeeeeeer -ööörrrrr“.
Die Kamera hatte ich bereits auf dem Dreibeinstativ mit Fernauslöser montiert, um direkt Bilder machen zu können, falls man die Nachtschwalbe sehen würde. Tatsächlich hatten wir zum ersten Mal Glück und konnten die Nachtschwalbe etwa eine Minute lang frei sitzend beobachten. Während der Beobachtungszeit flogen zudem zwei Waldschnepfen über unsere Köpfe, ebenso wie einige Fledermäuse. Besonders häufig zeigte sich das große Mausohr.
Anschließend haben wir spontan und auf gut Glück ein Gebiet besucht, in dem vor einigen Tagen eine Waldohreule gesichtet worden war. Bei der Ankunft konnten wir unseren Augen kaum trauen, denn die Waldohreule war immer noch dort und saß einfach auf einem Straßenschild. Etwa fünf Minuten lang konnten wir der Eule zuschauen, wie sie immer wieder auf die Straße blickte. Sie ließ sich von uns nicht stören und wartete vermutlich auf überfahrene oder über die Straße laufende Tiere.
Beide Arten konnten wir bislang nur akustisch wahrnehmen, aber nicht optisch beobachten. Umso größer war die Freude am Ende des Tages, beide Arten mit der Kamera aufgenommen zu haben.
Aus dem Archiv --- 12.01.2026
Eistaucher in Esslingen
Ab Dezember sind wir regelmäßig an den Baggerseen und Gewässern am Rhein unterwegs, um nach Wasservögeln zu suchen, die nur im Winter bei uns zu beobachten sind.
Anfang des Jahres wurde im Raum Esslingen ein Prachttaucher über Ornitho gemeldet.
Im Winter gibt es bei uns insgesamt drei Seetaucherarten, die vorkommen können. Diese sind, absteigend nach Häufigkeit, der Sterntaucher, der Prachttaucher und der Eistaucher. Diese Vögel sind im Sommer hauptsächlich in den nördlichen Breiten anzutreffen. Das umfasst auf der Nordhalbkugel die Bereich in Richtung Amerika, Russland und Grönland. Im Winter ziehen sie zur Überwinterung an die Nordküsten Europas und kommen regelmäßig in kleiner Zahl auch zu den Baggerseen im Binnenland.
Bislang konnten wir alle drei Arten im Winter bei uns beobachten, allerdings nur aus größerer Entfernung. Wir waren erstaunt, dass der Vogel angeblich sehr nah zu sehen war.
Vor Ort erlebten wir eine Überraschung. Der Vogel befand sich in einem kleinen Hafenbereich am Neckar, der stark zugefroren war. Wir hatten Glück und konnten den Taucher aus nächster Nähe beobachten. Er wirkte munter und ließ sich nicht stören. Besonders schön waren seine Tauch- und Suchgänge zu beobachten. Zuerst suchte er von der Oberfläche aus mit den Augen in Richtung Gewässerboden nach Nahrung.
Findet er etwas, springt er schwimmend mit einem Hechtsprung pfeilschnell ins Wasser und jagt seine Beute. Manchmal tauchen sie ein bis zwei Minuten unter Wasser ab und erscheinen dann plötzlich an einer ganz anderen Stelle im Gewässer.
Wieso heißt der Prachttaucher „Prachttaucher“, obwohl er nicht gerade prächtig aussieht?
Die Namensgebung der Seetaucher wirkt sehr fragwürdig. Der Sterntaucher wird nach seinem Rückengefieder im Winterkleid benannt, das an Sterne erinnert. Der Eistaucher trägt seinen Namen wegen seines Brutgebiets im Eis. Der Prachttaucher hingegen wird nach seinem „prächtigen“ Brutkleid benannt, das schwarz-weiß gestreift ist.
Aus dem Archiv --- 03.01.2026
Zwergschnepfe in Karlsruhe
Bis Ende 2025 hatten wir gelegentlich von überwinternden Zwergschnepfen in unserer Gegend gehört.
Im Sommer brüten diese Tiere in den östlichen Gebieten von Schweden bis nach Ostsibirien. Im Winter sind sie bei uns anzutreffen.
Wir hatten allerdings die Art bislang wenig verfolgt und dementsprechend mit keiner Sichtung gerechnet.
Ende 2025 wurde in einem Regenrückhaltebecken in Karlsruhe eine Zwergschnepfe auf Ornitho gemeldet. Wir beschlossen, unser Glück zu versuchen und die Art zu suchen.
Dort angekommen, waren wir sichtlich überfordert. Der gesamte Boden des Rückhaltebeckens war mit kurzen Grasstoppeln bedeckt und an den offenen Stellen zeigte sich dunkler Boden. Die Zwergschnepfe fand hier ideale Bedingungen, um sich vor uns zu verstecken und nicht entdeckt zu werden. Super!
Zusätzlich waren im Gebiet noch über 15 Bekassinen anwesend, die fast genauso aussehen wie Zwergschnepfen, jedoch doppelt so groß sind. Die Tipps der Ornithologen vor Ort halfen uns auch nicht weiter und am Ende waren wir uns nicht sicher, ob sie tatsächlich Bekassinen und nicht Zwergschnepfen gesehen hatten.
Frustriert gingen wir wieder, nachdem unsere Finger fast abgefroren waren. In den folgenden Tagen durchstreiften wir dasselbe Gebiet mehrfach sowie weitere im Raum Stuttgart, jedoch ebenfalls ohne Erfolg.
Wir wollten nicht aufgeben und informierten uns, wie wir die Schnepfe finden können. Also: Die Zwergschnepfe ist halb so groß wie die Bekassine, bewegt sich wippend, liegt flach auf dem Boden und vertraut auf ihre Tarnung. Sie fliegt erst in Notsituationen auf. Außerdem hat sie einen braunen Mittelstrich am Kopf, im Gegensatz zur Bekassine, bei der dieser beige ist.
Dann gaben wir uns gestärkt durch unser Fachwissen und ausgerüstet mit dickerer Kleidung erneut einen Ruck und begaben uns wieder in das Gebiet.
Wir suchten alles ab, hier eine Bekassine, dort eine Bekassine. Doch dann! Als wir mit dem Fernglas das Ufer des Baches absuchten, saß sie dort. Wir konnten es kaum glauben, endlich hatten wir es geschafft.
Wir erschreckten wohl ein paar Bekassinen, die dann in Richtung Zwergschnepfe marschierten. Diese wurde jedoch nicht vertrieben.
Es war schön, der Schnepfe zuzusehen, wie sie so getarnt still da saß. Auch den Schnepfengang konnten wir gut beobachten.
Es lohnt sich also, hartnäckig dran zu bleiben und sich gründlich über eine Art zu informieren!
Aus dem Archiv --- Juni 2025
Steinkauz im Enzkreis
Wir hatten schon seit Jahren vor, einen Steinkauz zu beobachten.
Steinkäuze sind heute selten geworden. Diese Käuze leben bevorzugt auf bewirtschafteten Streuobstwiesen in offener Landschaft. Die Vögel benötigen außerdem Bäume, in denen sie in Baumhöhlen brüten können. Die Bäume dienen ihnen auch als Sitzwarte beziehungsweise als Ausguck zur Jagd. Da es immer weniger geeignete Brutplätze gibt, werden einige Bäume mit Nistkästen ausgestattet, um den Steinkäuzen geeignete Bruthöhlen anzubieten.
Uns sind mehrere Gebiete bekannt, in denen Nistkästen von einem Verein hängen, der sich allgemein um den Steinkauz kümmert. In diesen Gebieten waren wir meist abends noch vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs. Leider hatten wir nie Glück.
An einem Samstagmorgen entschied ich mich spontan, in das Gebiet zu gehen, um dort Milane zu beobachten. Im Sommer versammeln sich hier meist größere Trupps. Nachdem ich über die Feldwege lief und die Bäume absuchte, fiel mir ein kleiner, ungewöhnlicher Fleck auf. Tatsächlich saß dort ein Steinkauz im Baum. Nach einigen Minuten flog er jedoch auf, und ich konnte ihn nicht mehr beobachten. Dennoch gelang mir ein gutes Bild (unterstes Bild). Mehrfach kehrten wir Wochen später in das Gebiet zurück, um nach dem Kauz zu suchen. Trotz der bekannten Stelle hatten wir zunächst keinen Erfolg.
Wochen später an einem anderen Samstagmorgen gelang es mir erneut, den Steinkauz aus näherer Nähe gut zu beobachten und zu fotografieren.
In den Wochen danach haben wir den Steinkauz nicht mehr gesehen.
Im Frühjahr 2026 haben wir uns erneut auf die Suche gemacht, allerdings kurz vor und während der Dämmerung. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera konnten wir in mehreren Gebieten Steinkäuze feststellen. Meist haben wir jeweils ein Tier in der Dunkelheit gesehen und an manchen Abenden konnten wir von einem Beobachtungspunkt aus zwischen einem und bis zu fünf Individuen rufen hören.
Während der Beobachtungszeit haben wir versucht, die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Die genauen Standorte wurden zum Schutz des Kauzes weder auf den Beobachtungsplattformen noch auf der Website öffentlich geteilt.
Aus dem Archiv --- Dezember 2024
Mauerläufer auf der schwäbischen Alb
Ich hatte bereits seit einigen Jahren immer wieder auf Ornitho Sichtungen gesehen, bei denen ein Mauerläufer in seinem Winterquartier auf der schwäbischen Alb unterwegs war.
Mauerläufer kommen ganzjährig in alpinen Felsgebieten vor, zum Beispiel in den Alpen Europas. Im Winter ist es durchaus möglich, dass die Vögel die Alpenregionen verlassen, ins Tiefland abwandern und nach dem Winter zum Brüten wieder in die Alpen zurückkehren.
Ich hatte mich bereits am Morgen auf den Weg zur genannten Wand gemacht und war um 9 Uhr vor Ort, um mir einen guten Platz zu sichern. Draußen war es sehr kalt, und ich war mir nicht sicher, ob ich an der Stelle tatsächlich den richtigen Platz gefunden hatte. Die Wand ist eine große, kahle Felswand, die ab etwa 10 Uhr Sonne bekommt und ab 12 Uhr richtig warm wird. Diese Wand steht nur im Frühjahr aufgrund der Brutzeit verschiedener schutzwürdiger/sensilber Arten unter Schutz. Ansonsten darf die Wand das ganze Jahr über beklettert werden.
Auf Grund der Kälte und fehlender Mitbeobachter wollte ich nach einigen Stunden aufgeben, weil kein Mauerläufer zu sehen war. Doch ab 11 Uhr kamen weitere Beobachter, und plötzlich waren wir etwa zehn Männer auf engem Raum. Direkt vor uns befand sich eine steile Wand, die in den Abgrund führte, der Boden war glatt und rutschig, und der Mauerläufer war weiterhin nicht zu sehen.
Die Einheimischen sagten, dass der Vogel derzeit etwa ab 12 Uhr zu sehen sei. Wir warteten und warteten...
Dann geschah etwas, auf das wir nicht vorbereitet waren. Trotz der Kälte wollten tatsächlich einige Kletterer an der Wand klettern. Ein freundlicher Beobachter sprach sie an und es gelang ihm mit Höflichkeit, die Kletterer auf eine andere Wand umzuleiten.
Nach weiterer Ungewissheit, ob der Mauerläufer erscheinen würde, rief plötzlich ein Beobachter: „Da ist der Mauerläufer!“ Daraufhin brach Panik aus, die Kameras wurden gezückt, man ging so nah wie möglich an den Abgrund und versuchte, den Mauerläufer bestmöglich zu fotografieren. Etwa 15 Minuten lang wanderte der Mauerläufer die Wand hoch und runter. Er jagte munter Insekten, zeigte immer wieder seine roten, versteckten Flügel und sah für diesen kurzen Moment aus wie ein übergroßer Schmetterling.
Danach verschwand er, und mit ihm allmählich auch die Beobachter.
Nachdem ich die Sichtungen bis heute online verfolge und auch von Bekannten höre, ist der Mauerläufer tatsächlich nicht an die 12-Uhr-Zeit gebunden. Je nach Jahr, Wind und Wetter scheint der Mauerläufer mal früher, mal später herauszukommen. Sofern keine Kletterer im Gebiet sind und ein sonniger Tag erwischt wird, stehen die Chancen gut, einen Mauerläufer zu sichten. In dem besagten Gebiet ist immer viel los. Mauerläufer gibt es im Winter an vielen Stellen. Allerdings werden sie selten beobachtet, da die Wände meist weit entfernt sind und kaum jemand mehrere Stunden lang mit Ungewissheit auf eine Felswand starren möchte. Vielleicht findest du aber doch die Motivation und entdeckst an einem nahegelegenen Steinbruch oder einer Felswand einen Mauerläufer.
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Im Mai 2026 waren wir im Alpenvorland in Bayern unterwegs und suchten auch bekannte Stellen ab. Obwohl wir mehrere Stunden dort verbrachten und mit dem Spektiv aufmerksam die Felswände beobachteten, hatten wir kein Glück, einen Mauerläufer in seinem Brutgebiet zu entdecken.
Aus dem Archiv --- Mai 2023
Rallenreiher in Karlsruhe
An einem Sonntagmorgen schaute ich wie gewöhnlich auf die Startseite von Ornitho. Ich entdeckte ein Bild aus dem Raum Karlsruhe, auf dem ein junger/juveniler Nachtreiher gesichtet wurde. Dabei dachte ich sofort, dass etwas nicht stimmt, denn der Vogel sah nicht aus wie ein Nachtreiher. Kurz darauf korrigierte der Melder die Meldung und gab an, dass es sich tatsächlich um einen Rallenreiher handelte.
Rallenreiher kommen in Europa im Mittelmeergebiet an Süßwassersümpfen und Feuchtgebieten vor. In Mitteleuropa gelten sie als seltene Ausnahmeerscheinung.
Kurzentschlossen packte ich meine Ausrüstung ein und fuhr so schnell wie möglich zu dem gemeldeten Ort, denn mein Bauchgefühl sagte mir, dass der Vogel nicht lange dort bleiben würde.
Als ich ankam, hatten sich bereits mehrere Beobachter an dem kleinen Teich versammelt. Der Rallenreiher war aus nächster Nähe hervorragend zu beobachten, kaum zu glauben! Trotz der Verletzung am rechten Bein wirkte er sehr munter und fing sogar einen Fisch aus dem Wasser.
Während der gesamten Beobachtungszeit waren etwa 20 bis 30 Personen anwesend. Nach ungefähr drei Stunden ging eine Passantin, die keine Ornithologin war, direkt zum Gewässer, um dort aus unerklärlichen Gründen Wasser zu holen. Anschließend flog der Rallenreiher auf und wurde nicht mehr gesehen. Auch an den folgenden Tagen kehrte er nicht in das Gebiet zurück und wurde in den umliegenden Gebieten nicht gesehen.
Weshalb war der Rallenreiher bei uns?
Bei diesem Rallenreiher handelt es sich um einen Vogel im ersten Kalenderjahr (1. KJ). Dies erkennt man gut an der Strichelung im Hals- und Nackenbereich.
Das erste Kalenderjahr bedeutet, dass er in diesem Jahr zwischen dem 01.01. und dem 31.12. geboren wurde. Ab dem 01.01. des darauffolgenden Jahres befindet er sich im zweiten Kalenderjahr (2. KJ).
Die Rallenreiher sind bereits 45 Tage nach der Geburt eigenständig und nicht mehr auf ihre Eltern angewiesen.
Jungvögel neigen dazu, auch Gebiete außerhalb ihres Brutareals zu erkunden, um weitere Lebensräume für sich und ihre Artgenossen zu entdecken. Dieser Vorgang wird als „post-fledging“ oder „post-juvenile dispersion“ bezeichnet, also das Umherwandern in ihrer Jugendphase.