DE 🇩🇪 Steinkauz
EN 🏴 Little Owl
Lat. 🔠 Athene noctua
Juni 2025
Wir hatten schon seit Jahren vor, einen Steinkauz zu beobachten.
Uns sind mehrere Gebiete bekannt, in denen Nistkästen von einem Verein hängen, der sich allgemein um den Steinkauz kümmert. In diesen Gebieten waren wir meist abends noch vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs. Leider hatten wir nie Glück.
Steinkäuze sind heute selten geworden. Diese Käuze leben bevorzugt auf bewirtschafteten Streuobstwiesen in offener Landschaft. Die Vögel benötigen außerdem Bäume, in denen sie in Baumhöhlen brüten können. Die Bäume dienen ihnen auch als Sitzwarte beziehungsweise als Ausguck zur Jagd. Da es immer weniger geeignete Brutplätze gibt, werden einige Bäume mit Nistkästen ausgestattet, um den Steinkäuzen geeignete Bruthöhlen anzubieten.
An einem Samstagmorgen entschied ich mich spontan, in das Gebiet zu gehen, um dort Milane zu beobachten. Im Sommer versammeln sich hier meist größere Trupps. Nachdem ich über die Feldwege lief und die Bäume absuchte, fiel mir ein kleiner, ungewöhnlicher Fleck auf. Tatsächlich saß dort ein Steinkauz im Baum. Nach einigen Minuten flog er jedoch auf, und ich konnte ihn nicht mehr beobachten. Dennoch gelang mir ein gutes Bild (unterstes Bild). Mehrfach kehrten wir Wochen später in das Gebiet zurück, um nach dem Kauz zu suchen. Trotz der bekannten Stelle hatten wir zunächst keinen Erfolg.
Wochen später an einem anderen Samstagmorgen gelang es mir erneut, den Steinkauz aus näherer Nähe gut zu beobachten und zu fotografieren. In den Wochen danach haben wir den Steinkauz nicht mehr gesehen.
Im Frühjahr 2026 haben wir uns erneut auf die Suche gemacht, allerdings kurz vor und während der Dämmerung. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera konnten wir in mehreren Gebieten Steinkäuze feststellen. Meist haben wir jeweils ein Tier in der Dunkelheit gesehen, und an manchen Abenden konnten wir von einem Beobachtungspunkt aus zwischen einem und bis zu fünf Individuen rufen hören.
Während der Beobachtungszeit haben wir versucht, die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Die genauen Standorte wurden zum Schutz des Kauzes weder auf den Beobachtungsplattformen noch auf der Website öffentlich geteilt.
Steinkäuze benötigen eine Kombination aus Streuobstwiesen sowie niedrigen und offenen Flächen, um jagen zu können. Dies bieten vor allem extensiv bewirtschaftete Ackerflächen oder Obstbaumwiesen. Außerdem sind alte Bäume mit potenziellen Brutmöglichkeiten, wie Baumhöhlen oder Nisthilfen, sowie Ansitzflächen zur Nahrungssuche erforderlich. Im folgenden Bild ist dies sehr gut zu erkennen.
In Baden-Württemberg.